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Die Top 10 Anwendungsgebiete von Teebaumöl

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Teebaumöl ist eines der ältesten Hausmittel gegen Akne, unreine Haut, Fußpilz und viele weitere Hautkrankheiten. Die stetig steigende Beliebtheit ist den laufenden Untersuchungen zu verdanken, die regelmäßig neue Erkenntnisse und Anwendungsmöglichkeiten ans Licht bringen. Heute gehört Teebaumöl zu den meist-untersuchten ätherischen Ölen weltweit, wobei es den australischen Aborigines schon vor über 1000 Jahren bei der Desinfektion ihrer Wunden und bei der Behandlung von Bauchschmerzen half.

Die westliche Welt wurde aber erst 1770 auf den Teebaum (lat. Melaleuca alternifolia) aufmerksam, als Dr. Joseph Banks zusammen mit Captain James Cook in Australien ankam. Von den dortigen Einwohnern wurde Ihnen viel über die sagenumwobene Pflanze berichtet. Die Aborigines konnten aus den Blättern der Pflanze einen Brei herstellen, der großzügig auf Schnittwunden und offene Verletzungen aufgetragen wurde, was das Überleben des Patienten sicherte. Eine infizierte Wunde war zur damaligen Zeit noch ein sicheres Todesurteil.

Auch gegen Bauchschmerzen und Durchfall wurde ein Auszug aus den Blättern hergestellt und anschließend getrunken. Diese Methode verwendete auch Captain James Cook, der die Blätter wie einen Tee trank und dem Melaleuca alternifolia Baum anschließend den (bis heute gültigen) Namen “Teebaum” gab.

Trotz den genauen Aufzeichnungen von Dr. Joseph Banks, geriet der Teebaum und seine Wirkung für lange Zeit in Vergessenheit. Bis der Chemiker Dr. A.R. Penfold um 1923 die alten Aufzeichnungen entdeckte und durch eigene Experimente zu dem Schluss kam, dass das Teebaumöl 13-mal stärker ist, als das damals gängige Desinfektionsmittel Karbolsäure. Von diesem Zeitpunkt an, wurden auch andere Wissenschaftler auf das natürliche Antibiotika aufmerksam, was zu dem bis heute anhaltenden “Boom” des Teebaumöls führte.

Wirkung und chemische Zusammensetzung des Teebaumöls

Teebaumöl besteht zu einem Großteil aus terpinen-4-ol, welche hauptsächlich für die antibakterielle Wirkung verantwortlich gemacht werden. Neue Untersuchungen legen allerdings nahe, dass die Wirkung aus der genauen Zusammensetzung der über 100 bekannten chemischen Verbindungen hervorgeht. Zum Beispiel in einer Untersuchung von Dr. Christine Carson wirke reines Teebaumöl um einiges effektiver gegen Bakterien, als isoliertes terpinen-4-ol.

Dies würde auch die äußerst effektive Wirkung gegen multiresistente Bakterien besser erklären. Wo Bakterien gegen herkömmliche Antibiotika Resistenzen entwickeln können, scheint dies bei Teebaumöl nicht möglich zu sein, da es die Bakterien auf mehreren Ebenen gleichzeitig angreift und diese sich unmöglich anpassen können. Siehe https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15824699

Weitere wichtige Bestandteile, neben Terpinen-4-ol, sind Alpha-Terpinen, Terpinolen, Terpineol, Pinen, Myrcen, Phellandren, Limonen, P-Cymen und 1,8-Cineol. Die genaue Wirkung und das Zusammenspiel der verschiedenen Bestandteile, sind auch bis heute noch nicht ausreichend untersucht, um die genauen Wirkmechanismen des Teebaumöls zu erklären. Auch wenn die Wirkmechanismen noch nicht erklärbar sind, die Wirkung bei den folgenden 10 Anwendungsbeispielen ist nicht mehr von der Hand zu weisen und wurde in mehreren Studien nachgewiesen.

Die Top 10 Anwendungsgebiete für Teebaumöl

  1. Akne, Pickel und unreine Haut

Teebaumöl ist eines der bekanntesten natürlichen Heilmittel gegen Akne. Die Wirksamkeit gegen das akne-verursachende Bakterium ist nachgewiesen und viele Anwender können von einer positiven Wirkung berichten. Doch die positive Wirkung des Teebaumöls ist nicht nur den antibakteriellen Komponenten zuzuschreiben. Auch die enthaltenen Monoterpene und Monoterpenole helfen bei der Verbesserung des Hautbildes. Beide Stoffe leiten die körpereigene Produktion schmerzstillender und entzündungshemmender Stoffe ein und fördern regenerative Prozesse der Haut, indem sie das Immunsystem anregen.

Um das Teebaumöl effektiv gegen Akne einzusetzen, sollte man sich entweder ein Tonikum selbst herstellen  oder in Kombination mit Jojobaöl auf die Haut auftragen. Eine pure Anwendung ist auf keinen Fall zu empfehlen, da es die bereits empfindlich gestörte Haut noch mehr reizen und ggf. röten würde. Das Teebaumöl ist so stark, dass es bereits in einer Konzentration von 1 % effektiv alle Bakterien abtöten kann. Zudem oxidiert pures Teebaumöl im Kontakt mit Sonnenlicht sehr stark. Dies kann auf der Haut bei längerer Anwendung zu Pigmentflecken führen.

  1. Warzen aller Art

Warzen sind das Ergebnis einer Virusinfektion und treten erst Wochen später auf. Die Entfernung ist relativ kompliziert, da die Warze erst vollständig aus der Haut heraus wachsen muss, bevor man die Behandlung abschließen kann. Auch mit Teebaumöl ist nur bei einer längerfristigen Anwendung mit Erfolg zu rechnen. Eine langfristige Anwendung, die in diesem Fall mit purem Teebaumöl erfolgen muss, sollten Sie vorher mit einem Hautarzt absprechen.

Um das Teebaumöl auf der Warze zu halten, sollte man ein durchlässiges Pflaster auf die betroffene Stelle kleben und 3 mal täglich einen Tropfen Teebaumöl auf das Pflaster geben. Das Pflaster muss natürlich alle 3-4 Tage erneuert werden. Wenn sich die Warze verbessert, sollte man weitermachen, bis die Warze komplett verschwunden ist.

  1. Bei Herpes

Bei Herpes sind sich die Forscher teilweise noch uneinig, ob Teebaumöl tatsächlich hilft. Doch bei einigen Untersuchungen konnte man im frühen Stadium deutliche Erfolge erzielen. Da auch hier die Anwendung pur erfolgt, sollte man dies vorher mit einem Hautarzt absprechen.

Das Teebaumöl wird dann pur, mit max. einem Tropfen direkt auf den Herpes aufgetragen. Dies kann bis zu 3 mal am Tag wiederholt werden, bis der Herpes wieder verschwunden ist. Wenn der Herpes im Intimbereich auftritt, sollte man von einer Behandlung mit puren Teebaumöl absehen, da es an den empfindlichen Körperstellen zu unangenehmen Nebenwirkungen kommen kann.

  1. Gegen Fußpilz

Fußpilz lässt sich mit Teebaumöl äußerst gut behandeln. Schon nach 1-2 Wochen sind die unschönen Stellen zwischen den Zehen und an der Fußsohle komplett verschwunden, wenn das Teebaumöl regelmäßig und korrekt aufgetragen wurde. In diesem Fall ist nur eine sehr geringe Konzentration nötig, da Teebaumöl schon in kleinsten Mengen stark fungizid (pilztötend) wirkt und das Teebaumöl direkt an der betroffenen Stelle wirken kann.

Ideal ist in diesem Fall ein Fußbad, wobei ca. 10 Tropfen Teebaumöl zuerst mit zwei Esslöffel Sahne vermischt werden müssen, bevor man es auf 5 Liter warmes Wasser gibt. Die Sahne dient als Emulgator für das Teebaumöl, das sich sonst nicht mit dem Wasser vermischen, sondern einfach auf der Wasseroberfläche sammeln würde. Das Fußbad sollte man 1-2 mal täglich anwenden. Nach dem Bad kann man das Teebaumöl mit einem Trägeröl wie Kokosöl oder Jojobaöl vermischen und direkt auf den ganzen Fuß verteilen, bevor man in die Socken schlüpft.

  1. Gegen Nagelpilz

Eine Nagelpilz-Infektion ist leider etwas schwerer zu behandeln, da der Pilz tief im Nagel stecken kann, wo das Teebaumöl nicht mehr hingelangt. Sie sollten vor der Eigenbehandlung auf jeden Fall einen Erregernachweis beim Arzt einholen. Es kann sein, dass nur noch eine medikamentöse Behandlung hilft, wenn der Nagelpilz schon zu tief sitzt.

Begleitend zur Behandlung durch den Arzt, können Sie aber das gleiche Fußbad wie gegen den Fußpilz einsetzen, um eine schnellere Linderung zu erlangen.

  1. Gegen Candida und andere Pilzinfektionen

Candida albicans ist ein Hefepilz, der überall auf der Haut vorkommen kann. Häufig ist er jedoch für vaginale Pilzinfektionen verantwortlich oder er befällt den Darm von innen. Im Falle einer inneren Infektion, ist von der Behandlung mit Teebaumöl unbedingt abzusehen, da es in hohen Dosierungen toxisch wirkt. Bei einer Vaginalpilzinfektion kann man 2 Tropfen Teebaumöl mit 30 ml Johanniskrautöl vermischen und dies auf ein Tampon auftragen.

Das Tampon sollte dann morgens, mittags und abends gewechselt werden, solangebis der Pilz verschwunden ist. Während der Periode ist diese Methode allerdings nicht wirksam und man muss abwarten, bis diese vorüber geht.

  1. Mücken und Mückenstiche

Mücken sind gegen den scharfen Teebaumölgeruch allergisch und werden sich von diesem fernhalten. Dazu kann man 3-5 Tropfen Teebaumöl in eine Duftlampe geben und diese am Esstisch aufstellen oder noch besser, es auf der eigenen Kleidung und an kritischen Stellen direkt aufsprühen. Wenn es doch passiert ist und man wurde von einer Mücke gebissen, kann man auf den Stich direkt einen Tropfen pures Teebaumöl geben. Eine Entzündung, und auch die damit verbundene Schwellung, wird so effektiv verhindert. Auch der spätere Juckreiz bleibt dadurch aus.

  1. Zahnfleischentzündung und Mundgeruch

Unangenehmer Mundgeruch wird oft durch Bakterien ausgelöst, die sich aufgrund von Essensresten in Mund und Rachenraum ansammeln. Spült man den Mund mit Teebaumöl aus oder putzt sich damit die Zähne, ist bereits nach der ersten Anwendung eine deutliche Verbesserung zu bemerken. Die einfachste Variante ist 1 Tropfen Teebaumöl zusätzlich zur Zahnpasta auf die Zahnbürste zu geben und sich damit die Zähne zu putzen. Alternativ kann man mit 30 ml Weingeist, 1 Tropfen Teebaumöl und ggf. 2 Tropfen Nelkenöl eine sehr effektive Mundspülung mischen.

Wenn Sie das Teebaumöl auf diese Art und Weise regelmäßig verwenden, werden sie auch keine Zahnfleischentzündung mehr bekommen.

  1. Als Duftöl

Meist wird Teebaumöl zu rein kosmetischen Zwecken verwendet, es ist jedoch auch wunderbar als Duftöl geeignet. In der Aromatherapie wird es schon länger bei Patienten mit vielen Ängsten, Unsicherheiten und Stimmungsschwankungen eingesetzt. Es wirkt emotional stabilisierend, erfrischend und klärend auf den Geist. Verantwortlich ist dafür das im Teebaumöl enthaltene 1,8-Cineol welches wir mit “Frische” assoziieren. Zudem hat es einen stimmungsaufhellenden Effekt auf unser Gemüt. Um von den Effekten zu profitieren, muss man 3-5 Tropfen Teebaumöl mit 250 ml Wasser mischen und dieses in eine Duftlampe oder einen Diffusor geben. 3-5 Tropfen sind für Räume bis zu 20 m2 ausreichend. Bei größeren Räumen muss man die Dosis ggf. erhöhen.

  1. Wunden Desinfizieren

Wer gerne wandert oder mit dem Fahrrad auf reisen ist, wird sich irgendwann zumindest einen kleinen Kratzer zuziehen. Das Teebaumöl ist dabei ein sehr effektives Desinfektionsmittel, das eine weitere Entzündung verhindert. Ein Tropfen auf die betroffene Stelle ist mehr als ausreichend. Bei tieferen Kratzern oder größeren Schürfwunden, muss man ggf. 2 mal täglich nachbehandeln.

Das Teebaumöl ist in dieser Hinsicht übrigens so effektiv, dass australische Soldaten auf ihren Einsätzen ebenfalls mit einer Flasche Teebaumöl ausgestattet werden.

Die richtige Dosierung und Nebenwirkungen

Teebaumöl ist ein hoch konzentrierter Wirkstoff, der bereits in kleinsten Mengen effektiv gegen Bakterien, Viren und Pilze wirkt. Eine pure Anwendung ist in der Regel nur dann nötig, wenn das Öl nicht direkt wirken kann. Nach dem Bundesinstitut für Risikobewertung sollte Teebaumöl niemals stärker als 1% dosiert werden, um jegliche Nebenwirkungen auszuschließen. Neben Rötungen und Jucken der Haut sind in Kombination mit Sonnenlicht auch langfristige Nebenwirkungen möglich.

Wie die meisten anderen ätherischen Öle oxidiert Teebaumöl bei Sonneneinstrahlung, was auf Dauer zur Bildung von Pigmentflecken führen kann. Wenn Sie bei der Auswahl ihres Teebaumöls auf eine hohe Qualität achten, nur auf ISO zertifizierte Produkte zurückgreifen und sich dann an die Anweisungen auf der Verpackung halten, sind Nebenwirkungen in der Regel ausgeschlossen. Sollten Sie sich bei einer bestimmten Anwendung nicht sicher sein, kontaktieren Sie vorher einen Hautarzt.

Teebaumöl Qualität

Gerade in Europa gibt es eine ganze Menge an minderwertigen Teebaumölen, die entweder durch lange Lagerzeiten schon stark oxidiert sind oder durch verschiedene Zusätze verfälscht wurden. Laut einem Bericht von Dr. Ezra Bejar (American Botanical Council, August 2017) trifft dies weltweit auf 49% aller angebotenen Teebaumöle zu. In beiden Fällen ist mit unerwünschten Nebenwirkungen zu rechnen.

Die Qualität von Teebaumöl ist für den normalen Anwender leider kaum nachprüfbar. Entweder hat man einen Vergleich, indem man schon viele verschiedene Produkte getestet hat oder man lässt das Produkt in einem Fachlabor untersuchen. Beides ist für 99% aller Anwender nicht realistisch. Dennoch gibt es einige Anzeichen, worauf Sie beim Kauf achten können, um ein möglichst reines und frisches Teebaumöl zu bekommen.

  1. Ablaufdatum

Auch wenn es keine Garantie ist, dass das Ablaufdatum “ehrlich” angeben wurde, ist es zumindest ein Indikator. Teebaumöle, die bald ablaufen, sind in ihrer Oxidation schon fortgeschritten. Teebaumöl sollte im Idealfall noch min. 3-4 Monate vor dem Ablaufdatum stehen.

  1. Der Geruch

Hochwertiges und frisches Teebaumöl riecht angenehmer als verfälschte oder alte Öle. Dies erkennt man nur mit etwas Erfahrung. Wenn das Teebaumöl aber unangenehm stechend nach Terpenen riecht, ist dies nicht ideal. Stattdessen sollte es einen frischen, holzigen, manchmal sogar leicht blumigen Geruch haben, der – wenn auch sehr markant – rund und angenehm ist.

  1. ISO 4730-2017 Standard

Für Teebaumöl gibt es schon seit mehreren Jahren einen Qualitätsstandard, der unter ISO 4730-2017 festgehalten ist. Dieser beschreibt neben vielen anderen Qualitätsmerkmalen die chemische Zusammensetzung der 15 wichtigsten Bestandteile des Teebaumöls. Diese 15 Bestandteile müssen in einem ganz bestimmten Verhältnis im Teebaumöl vorhanden sein, damit des dem Standard entspricht. Dies kann man wie einen chemischen Fingerabdruck für reines und natürliches Teebaumöl sehen. Eine ISO 4730-2017 ist bisher der beste Garant für ein reines Teebaumöl.

  1. Nur Teebaumöl in kosmetischer Qualität

Teebaumöl wird oft als Duftöl verkauft, wodurch es in Europa nicht für die Anwendung auf der Haut zugelassen ist. Dies wird leider erst mit dem Erhalt der Verpackung klar, da die Informationen im Internet teilweise sehr “locker” gehalten werden. Wenn sich auf der Verpackung keine Hinweise zu einer kosmetischen Anwendung befinden, wie zum Beispiel “Zur Anwendung auf der Haut”, ist es kein kosmetisches Teebaumöl. Auch ein fehlender Hinweis zur Dosierung ist ein klarer Hinweis, dass das Öl nicht als Kosmetika zugelassen ist.

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Hi Ich bin Nick! Ich interessiere mich leidenschaftlich für alles, was mit gesunder Ernährung und einem gesunden Leben zu tun hat. Ich habe diese Webseite gestartet, um mein Wissen und meine Erfahrung mit meinen Lesern zu teilen und weil es mir unglaublich viel Spaß bereitet, anderen mit meinen Tipps zu einem besseren Leben zu verhelfen.

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