Gesundheit

Ashwagandha – Ayurvedisches Wundermittel für mehr Energie

By

on

Aktualisiert am:

Ashwaghanda InhaltsstoffeAshwagandha– das heißt übersetzt so viel wie „Geruch des Pferdes“. Dieser Name soll auf die stärkende Wirkung der im Deutschen als Schlafbeere bekannten Pflanze hinweisen. In der ayurvedischen Kräuterheilkunde gilt Ashwaghanda als regelrechtes Wundermittel. Doch wie wirkt die Pflanze genau und worauf lässt sich diese Wirkung zurückführen?

Woher kommt Ashwagandha überhaupt?

Als ursprüngliche Herkunftsländer von Ashwagandha gelten Afrika, China sowie der Nahe Osten. Experten zufolge tauchte die Schlafbeere dabei zunächst im nordafrikanischen Raum auf, von wo aus sie sich weiter verbreitete. Bodenproben zufolge wird Ashwagandha scheinbar schon seit mehr als 3.000 Jahren verwendet. Indische Schriften bezeichnen die Pflanze immer wieder als Wundermittel, während sie im europäischen Raum erst seit dem 16. Jahrhundert bekannt ist.

Ashwagandha (Withania somnifera) ist ein Nachtschattengewächs und wird der Familie der Whitania zugeordnet. Im Frühling vermehrt sich die Pflanze nach Aussaat und erreicht mit ihrer eher buschigen Wuchsform eine Höhe von bis zu 1,50 Metern. Neben kleinen ovalen Blättern bilden sich zwischen Juli und September Blüten in Glockenform. Verglichen mit den leuchten roten Früchten sind die Blüten aber recht unscheinbar.

Verwendung in der Naturmedizin finden sowohl die Wurzeln und Blätter als auch die Aschen der Wurzel. Sowohl die wildwachsende als auch die kultivierte Form (letztere enthält viel Zucker) können dabei genutzt werden.

Die Inhaltsstoffe in Ashwagandha

Verglichen mit vielen anderen Nahrungsergänzungen enthält Ashwagandha recht wenige Inhaltsstoffe. Die enthaltenen Stoffe gelten aber dennoch als wirkungsvoll. Zu finden sind in der Schlafbeere die folgenden Inhaltsstoffe:

  • Alkaloide
  • Anaferin
  • Cuscohygrin
  • Nicotin
  • Tropin
  • Withasomnin
  • Withanolide (Withaferin A, Somniwithanolid, Somniferanolid)

Enthalten sind in 100 Gramm Ashwagandha zudem 49 Gramm Kohlenhydrate, 0,3 Gramm Fett, 3,8 Gramm Eiweiß sowie 0,2 Gramm Salz (Mengenangaben können je nach Hersteller abweichen).

Ashwagandha und seine Wirkeigenschaften

Vor allem den Withanoliden in Ashwagandha werden positive Wirkungen zugeschrieben. Sie sollen beruhigend und entspannend wirken können und werden in der ayurvedischen Medizin deshalb oft bei Stress sowie Depressionen eingesetzt. In Indien wird Ashwagandha auch als Narkotikum, Aphrodisiakum sowie verjüngendes Tonikum verwendet.

Bei Ashwagandha handelt es sich jedoch nicht um ein Lebensmittel. Mit Heilversprechen dürfen Hersteller aus diesem Grund nicht werden. In der Europäischen Union haben Extrakte der Schlafbeeren-Wurzel allerdings als Nahrungsergänzungsmittel eine Zulassung.

Anwendungsbereiche von Ashwagandha

Vor allem in der Naturheilkunde sowie im indischen Ayurveda kommt Ashwagandha bei folgenden Beschwerden zum Einsatz:

  • Erschöpfung und Kraftlosigkeit
  • Abgeschlagenheit
  • Frühjahrsmüdigkeit
  • Nervosität
  • Schwäche
  • Stress

Der Schlafbeere wird nachgesagt, sie könne die Energie steigern und ein jüngeres Aussehen bescheren. Für lange Zeit war die Wissenschaft nicht an der Pflanze interessiert. In den vergangenen Jahren hat sich das jedoch geändert und inzwischen gibt es einige Studien, die sich mit der Wirkung von Ashwagandha befasst haben.

So wurde im Jahr 2013 in Indien eine Studie durchgeführt, an der 180 Männer, die unter Unfruchtbarkeit litten, über eine Dauer von drei Monaten das Extrakt der Ashwagandha-Wurzel einnahmen. Täglich erhielten die Männer fünf Gramm des Extrakts. Um Vergleichswerte zu erhalten, wurden gleichzeitig 50 gesunde, gleichaltrige Männer untersucht.

Das Ergebnis der Untersuchung: Die Anwendung von Ashwagandha zeigte bei den unfruchtbaren Männern eine deutliche Verbesserung der Spermienqualität, so dass die Wissenschaftler davon ausgehen, dass die Schlafbeere möglicherweise auch bei der Behandlung von Unfruchtbarkeit eine hilfreiche Unterstützung sein kann.

Es erfolgten zudem Studien zur möglichen begleitenden Hilfe von Ashwagandha in der Krebstherapie.

Im Jahr 2013 wurde in Malaysia eine Studie durchgeführt, bei der die Inhaltsstoffe hinsichtlich ihrer Wirkung auf die durch Krebs ausgelöste Müdigkeit untersucht wurden. Es zeigte sich, dass die Müdigkeit zurückgehen und so zu einer besseren Lebensqualität der Patienten führen kann.

Eine weitere Studie aus dem Jahr 2016, die an der Kaschmir University durchgeführt wurde, zeigte auf, dass Ashwagandha aufgrund der enthaltenen Wirkstoffe vermutlich mikrobielle Infektionen und auch Angst hilfreich lindern kann.

Eine Studie aus dem Jahr 2015 zeigt weiterhin auf, dass die Schlafbeere scheinbar auch bei Schlaganfällen hilfreich sein kann.

Bislang sind noch nicht alle Studien rund um Ashwagandha abgeschlossen. Auch werden zur Bestätigung möglicher Wirkungen der Schlafbeere noch zahlreiche weitere Untersuchungen folgen müssen. Dennoch gelten die aktuell vorliegenden Studienergebnisse als viel versprechend.

Muss bei der Einnahme von Ashwagandha mit Nebenwirkungen gerechnet werden?

Die Schlafbeere gilt im Allgemeinen als nebenwirkungsarm, sofern sie in der empfohlenen Menge (täglich drei bis sechs Gramm der Trockenwurzel oder 330 bis 500 Milligramm des Wurzel-Extrakts) eingenommen wird.

Wird Ashwagandha in zu hohen Mengen angewendet, kann es zu Bauchschmerzen und Durchfall kommen.

Grundsätzlich sollte Ashwagandha nicht während der Schwangerschaft eingenommen werden, da große Dosierungen vermutlich Fehlgeburten auslösen können.

Aufgrund der vermuteten milden beruhigenden Wirkung auf das Gehirn wird von einer gleichzeitigen Einnahme von Ashwagandha und Alkohol, angstlösenden Mitteln sowie Sedativa abgeraten.

Zudem scheint sich die Schlafbeere auch auf die Schilddrüsenhormone auszuwirken. Patienten, die unter einer Überfunktion der Schilddrüse leiden, wird deshalb von der Anwendung abgeraten.

Fazit: Ashwagandha ist durchaus wirkungsvoll, ersetzt aber keinen Arztbesuch

Ashwagandha kann bei vielerlei Beschwerden hilfreich sein, die auf psychischer Ebene basieren. Es stellt eine gute Alternative zu chemischen Medikamenten dar. Allerdings ersetzt auch Ashwagandha nicht den Weg zum Arzt und kann – wenn überhaupt – nur eine Unterstützung sein.

Zusammengefasst kann Ashwagandha aber bei folgenden Problemen zumindest unterstützend helfen:

  • Abgeschlagenheit, Schlappheit, Schwäche, Erschöpfung, Kraftlosigkeit, Frühjahrsmüdigkeit
  • Schlaflosigkeit, Einschlaf- und Durchschlafprobleme
  • Stress
  • Nervosität
  • Libidoverlust, sexueller Unlust

Inwiefern es tatsächlich bei weiteren Beschwerden helfen kann, muss wissenschaftlich noch genauer untersucht werden.

Recommended for you

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.