Ernährung

Goji Beeren und ihre Nebenwirkungen

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Goji Beeren sind als gesundes Superfood in aller Munde. Die einen schwören auf ihren enormen Gesundheitswert. Andere Instanzen anderen warnen vor Neben- und Wechselwirkungen durch den Verzehr.

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) sieht keinerlei gesundheitliche Gefahren durch den Verzehr von Goji Beeren. In Deutschland gibt es aber an einigen Stellen Vorbehalte. Einige der Vorbehalte scheinen begründet zu sein. Andere stellen aber Gerüchte ohne einen Wahrheitsgehalt dar.

Bei uns kennt man die Goji Beeren auch unter Bezeichnungen wie “gemeiner Bocksdorn” oder “chinesische Wolfsbeeren”. Lange hielt sich das Gerücht, die Goji Beeren seien giftig. In Asien hätte man darüber gelacht, weil dort Goji Beeren seit Jahrhunderten problemlos als Heil- oder Nahrungsmittel verwendet werden.

Ausgenommen vom Verzehr von Goji Beeren sind nur zwei Personengruppen: Menschen, die blutverdünnende Medikamente wie Marcumar nehmen müssen, und Menschen, die Allergiker sind.

 

Nebenwirkungen von Goji Beeren bei Blutgerinnungs-Hemmern

Als problematisch erweisen sich die Inhaltsstoffe in Goji Beeren offensichtlich, wenn sie zusammen mit blutverdünnenden Medikamenten konsumiert werden. Der eintretende Effekt ist gegenteilig wie gewünscht. Goji Beeren behindern die Blutgerinnung statt sie zu befördern. Das Blut gerinnt spürbar langsamer. Das hat einen vermehrten Blutfluss bei Operationen und blutenden Verletzungen zur Folge. Auch eine zeitversetzte Einnahme der Medikamente ändert daran nichts

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) warnte über das Ärzteblatt, dass Goji Beeren möglicherweise eine Wechselwirkung mit Vitamin-K-Antagonisten bzw. entsprechenden oralen Antikoagulanzien haben könnten. Durch den Verzehr von Goji Beeren kann es in der Leber zu einer dramatischen Wirkstoffkonzentration der Vitamin-K-Antagonisten kommen. Das wurde durch Fallberichte über vier Personen, bei denen diese Konstellation zusammenkamen, belegt.

Es geht um blutverdünnende Wirkstoffe wie Phenprocoumon – auch als Marcumar bekannt – oder Warfarin – auch als Coumadin bekannt. Solche Präparate können durch den Verzehr von Goji Beeren zu Verringerungen der Wirkstoff­konzentration oder zur Steigerung des Plasmaspiegels führen. Die unerwünschte Folge können schwere Blutungen sein. Daher wird vorsichtshalber grundsätzlich vom Verzehr von Goji Beeren abgeraten, wenn blutverdünnende Medikamente eingenommen werden müssen.

Stellen Ärzte bei einem ihrer Marcumar-Patienten einen plötzlichen Anstieg der INR-Werte fest, sollten sie auf Anraten des Amtes nach dem Verzehr von Goji Beeren fragen. Ungeklärt ist allerdings, ob die Inhaltsstoffe in der Goji Beere auch ohne blutverdünnende Medikamente die Gerinnung beeinflussen würden – oder ob sie dafür auf die Anwesenheit von Gerinnungshemmern oder Blutverdünnern wie Marcumar angewiesen sind.

Niemand sollte sich davon ins Bockshorn jagen lassen, wenn in einigen Forenbeiträge Warnungen vor dem Konsum von Goji-Beeren in Verbindung mit Blutgerinnungs-Hemmern in den Wind geschlagen werden. Wenn ein Bundesamt vor der Kombination beider warnt, ist das unbedingt ernst zu nehmen – zumindest, bis andere Studien seriöser Natur für eine Entwarnung sorgen. Solche Warnungen werden vorsorglich und zum Schutz der Verbraucher ausgegeben. Sie beruhen jedoch auf Vorkommnissen, die Anlass zur Sorge geben.

 

Nebenwirkungen von Goji Beeren bei Allergikern

Wer mit Nahrungsmittelallergien oder anderen Allergien zu tun hat, kann wunderbar mit Goji Beeren zurechtkommen. Es kann aber auch sein, dass nach dem Verzehr allergische Nebenwirkungen oder Kreuzreaktionen mit anderen Allergenen auftreten. Um die Goji Beeren auf ihr allergisches Potenzial zu testen, sollten zunächst nur drei Beeren auf einmal gegessen werden. Erfolgt keine allergische Reaktion, kann die Dosis erhöht werden.

Umweltkranke Menschen, die bereits eine Pestizidbelastung erlitten haben, sollten nur Goji Beeren aus ökologischem Anbau verzehren. Konventionell angebaute Goji Beeren haben zum Teil stark erhöhte Pestizidwerte.

 

Die Inhaltsstoffe der Goji-Beere

Goji-Beeren stammen ursprünglich aus China und der Mongolei. Ihr Gehalt an wichtigen Nährstoffen ist beachtlich. Daher werden die Beeren gerne als Superfood bezeichnet.

Interessant ist insbesondere der hohe Gehalt an Eisen, der bei einem Verzehr von 50 Gramm Goji Beeren den Tagesbedarf eines Erwachsenen abdeckt. Außerdem sind in Goji Beeren

  • essentielle Aminosäuren
  • Beta-Karotin als Vorstufe von Vitamin A
  • die Vitamine B, C und E
  • zahlreiche wichtige Mineralstoffe
  • diverse Spurenelemente
  • Phyto-Nährstoffe
  • und Antioxidantien

enthalten.

Die positiven Wirkungen von Goji Beeren bei verschiedenen Augenkrankheiten wie der Makula-Degeneration, bei Glaukomen oder dem Grauen Star sind ebenso nachgewiesen, wie der positive Effekt auf zu hohe Cholesterinwerte. Diabetiker profitieren von der blutzuckersenkenden Wirkung der Goji Beeren.

Um möglichst keine Nebenwirkungen zu erleben, sollten die Konsumenten auf Bio-Qualität achten. Damit werden Verunreinigungen und hohe Pestizidbelastungen vermieden.

 

Allgemeine Verträglichkeit und mögliche Nebenwirkungen

Der Ruf der Goji Beeren als giftig hält sich heute noch hartnäckig in einigen Foren. Daher sei hier gesagt, dass verschiedene Studien keine toxische Wirkung ergeben haben. Das “Bundesinstitut für Risikobewertung” hat ein PDF mit dem Titel “Risikobewertung von Pflanzen und pflanzlichen Zubereitungen” veröffentlicht, in dem die Goji Beerenebenfalls nicht als bedenklich eingestuft werden.

Auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gilt die Goji Beere als unbedenklich. Sie stammt aus der Familie der Nachtschattengewächse. Die Chinesen verwenden Goji Beeren seit vielen Jahrhunderten in verschiedenen Zubereitungen. Indikationen für den Verzehr sind laut TCM

  • ein geschwächtes Immunsystem
  • Bluthochdruck
  • Blutzuckerprobleme und Diabetes Typ 2
  • Müdigkeit und Erschöpfungszustände
  • oder vitaminmangelbedingte Sehschwächen.

Der Ruf als giftig entstand zum Ende des 19. Jahrhunderts. In dieser Zeit erschien eine Untersuchung, der zufolge die Goji Beeren als Früchte des Gemeinen Bocksdorns das Toxin Hyoscyamin enthalten sollen. Dieses Toxin ist auch in Tollkirschen enthalten. Aufgrund dieser Studie stuften die Forscher die Goji Beeren als giftig ein. Man schrieb ihnen beim Verzehr rauschähnliche Wirkungen, Bauchkrämpfe und Erbrechen zu. Konsumenten sollten an Depressionen leiden oder bei entsprechend großen Verzehrmengen sterben.

Obwohl die Studie schon ein Jahr später als widerlegt gelten konnte, geistern die Gerüchte über Goji Beeren bis heute in den Medien herum. Fakt ist: Goji Beeren enthalten tatsächlich geringe Mengen Hyoscyamin. Diese winzigen Mengen sind aber nicht als gefährlich für den Organismus anzusehen.

Was für bestimmte Risikogruppen gefährlich sein kann, ist lediglich die blutverdünnende Wirkung der Beeren. Diese Gefahr sollte nicht unterschätzt werden.

 

Fazit über die Verträglichkeit von Goji-Beeren

Neben unerwünschten Wechselwirkungen mit Blutgerinnungs-Hemmern können Goji-Beeren auch andere Wechselwirkungen entfalten. Über diese ist aber bisher nichts Näheres bekannt. Daher können die meisten Menschen davon ausgehen, dass der Gesundheitswert der Goji-Beeren hoch ist und diese gut verträglich sind.

Ob die Nebenwirkungen einer Chemotherapie tatsächlich mit dem Verzehr von Goji-Beeren weniger belastend ausfallen, muss jeder Patient in Eigenverantwortung prüfen. Fakt ist, dass viel zu viele Superfoods in Verbindung mit Krebs gebracht werden, ohne dass es unabhängige Studien gibt, die einen positiven Effekt auf Krebszellen oder die Folgen von Chemotherapien tatsächlich belegen.

Außerdem interessant: Abnehmen mit Goji Beeren

Quellen:

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