Ernährung

Hagebuttenpulver – hilfreicher Einsatz bei Arthrose

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Arthrose zählt zu den häufigsten Gelenkerkrankungen wobei allein in Deutschland über fünf Millionen Menschen unter Beschwerden leiden, die durch diese Krankheit verursacht werden. Dadurch kommt es zu starken Schmerzen und teilweise auch zu enormen Bewegungseinschränkungen. Laut den Einschätzungen der European League Against Rheumatism (EULAR) liegt das Risiko an Beschwerden des Bewegungs- und Stützapparates zu leiden zwischen 70 und 80 %. Bereits 40 bis 50 % der Menschen über 60 sind gefährdet an einer Arthrose zu erkranken und daher zählt auch diese Gelenkerkrankung zu den Volkskrankheiten.

In den letzten Jahren wird immer häufiger auf die positiven Effekte der Hagebutte als Nahrungsergänzungsmittel gegen Arthrosebeschwerden verwiesen, ist da etwas dran?

 

Was ist Arthrose?

Der medizinische Ausdruck für schmerzhafte Abnutzungserscheinungen der Wirbelsäule und der Gelenke ist die Arthrose. Diese Form der Gelenkerkrankung ist die mit Abstand am häufigsten vorkommende Erkrankung in der heutigen Zeit. Den Patienten fällt es immer schwerer, Freizeitaktivitäten bzw. gewöhnliche Arbeiten des Alltags zu erledigen. Dadurch werden natürlich auch die Lebensqualität sowie die Lebensfreude stark eingeschränkt. Viele Betroffene klagen bereits am Morgen nach dem Aufwachen über Steifheit der Gelenke sowie Schlafstörungen.

Je früher die Krankheit erkannt wird, desto eher kann der Fortschreitungsprozess auch gestoppt bzw. verlangsamt werden. Da auf Dauer die Standardmedizin nicht nur auf den Magen schlägt, suchen viele Arthrosepatienten nach einer pflanzlichen Methode ihre Beschwerden zu lindern. Hierzu zählen auch etwaige Präparate mit Hagebuttenpulver.

 

Interessante Fakten zur Hagebutte

Die Hagebutte gehört zu der Familie der Rosengewächse und ist ein ein bis fünf Meter hoher Strauch mit überhängenden Zweigen. Zu finden ist die Hagebutte an Waldrändern, Steinhaufen sowie Hecken in Europa, Nord- und Westasien sowie Nordamerika. Die in Hagebuttentee verarbeiteten Kerne befinden sich im Inneren der roten Frucht.

Wichtig ist, dass die Früchte nicht vom Strauch gegessen, sondern immer zuerst getrocknet und dann in beispielsweise Gelee, Tee oder Likören verarbeitet werden können. Der hohe Ascorbinsäuregehalt der einheimischen Früchte mit ungefähr 500 mg pro 100 g ist unübertroffen. Das Mark der Hagebutte enthält sogar 20-mal mehr an Vitamin C als Zitronen. Zudem weisen sie auch noch folgende Inhaltsstoffe auf:

  • Provitamin A
  • B-Vitamine
  • Vitamine E, H, K und P
  • Mineralstoffe (beispielsweise Magnesium, Natrium, Eisen und Kalium)
  • Spurenelemente (z. B. Zink, Kalzium und Kupfer)
  • Pektine
  • Flavone
  • Fruchtsäuren
  • Sekundäre Pflanzenstoffe (Gerbstoffe)

Im Samen der Hagebutte ist zudem ein vor Kurzem entdeckter Aktivstoff namens Galaktolipid, auch als GOPO bezeichnet, enthalten der sich aus Fettsäuren und Zucker zusammensetzt. Er zählt zu den wichtigsten Inhaltsstoffen um Gelenkbeschwerden und Schmerzen zu lindern, indem er verhindert, dass die weißen Blutkörperchen in die Entzündungsherde eindringen können.

Hagebuttenpulver wird aus den getrockneten Früchten hergestellt, indem die Schalen und der Samen schonend bei max. 40 °C getrocknet werden, damit alle Inhaltsstoffe erhalten bleiben. Bereits im Mittelalter wurde die Hagebutte bei verschiedenen Krankheiten wie beispielsweise Magen- und Darmerkrankungen und Erkältungen erfolgreich eingesetzt. Mittlerweile wird das Pulver aufgrund seiner entzündungshemmenden Wirkungen auch als Unterstützung bei der Therapie von Gelenkerkrankungen wie Rheuma, Arthritis oder Arthrose eingesetzt.

 

Positive Eigenschaften des Hagebuttenpulvers

Aufgrund der antioxidativen Wirkung des Hagebuttenpulvers kann es sowohl die Regeneration von Gelenkknorpel fördern als auch bei Beschwerden wie Entzündungen, Alterserscheinungen und Verschleiß im Rücken bzw. in den Gelenken eingesetzt werden. Bei einer regelmäßigen Einnahme kommt es zu einer gesteigerten Beweglichkeit sowie zu einer Schmerzverringerung, wodurch die Dosis von Schmerzmitteln reduziert werden kann.

Der hohe Gehalt an Vitamin C sowie die Frucht- und Fettsäuren unterstützen darüber hinaus die Neubildung von Gelenkknorpel. Vitamin A wirkt in Verbindung mit den Vitaminen E und C sowie Selen regenerierend und ist zudem wichtig für eine gesunde Zellfunktion und Augengesundheit.

Der Wirkstoff Galaktolipid verhindert die Bildung freier Radikale, da dieser antientzündlich wirkt. Dadurch wird die Gesundheit der Gelenkknorpel geschützt und die weißen Blutkörperchen daran gehindert in Knorpelgewebe einzudringen, um diese nachhaltig zu schädigen.

Weitere positive Effekte sind, dass durch die Einnahme von Hagebuttenpulver sowohl das schlechte Cholesterin (LDL-Cholesterin) als auch der Entzündungsparameter CRP gesenkt werden kann.

Traditionellerweise wurde Hagebuttenpulver bereits im Mittelalter erfolgreich gegen Erkältungskrankheiten sowie Magen- und Darmprobleme eingesetzt. Vitamin C hilft zudem dabei Bindegewebe aufzubauen. Das enthaltene Vitamin B1 hat einen beruhigenden Effekt auf die Nerven, Eisen unterstützt die Blutbildung und die Gerbstoffe wirken harntreibend sowie entsäuernd auf den Körper. Die natürlich enthaltenen Zuckerstoffe unterstützen gemeinsam mit den Frucht- und Fettsäuren die Regeneration von Gelenkknorpel.

 

Dosierung und Anwendung

Bei der Therapie mit Hagebutten ist die Darreichungsform zu beachten, vor allem auf die richtige Anwendung, Dauer, Dosierung und Art der Behandlung ist zu achten, damit der ideale Therapieerfolg auch erreicht wird. Beim Volksleiden Arthrose sind Betroffene vor allem von Schmerzen über viele Jahre geprägt. Zur Unterstützung der Arthrosetherapie ist das hoch dosierte Hagebuttenpulver, welches es auch als Kapseln gibt, optimal geeignet. Empfehlenswert ist zudem ab und zu die betroffenen Gelenke mit Hagebuttenkernöl einzureiben.

Täglich sollte 3 bis 5-mal ein Esslöffel des Hagebuttenpulvers eingenommen werden.

Um an die enthaltenen Inhaltsstoffe zu gelangen, ist es am besten das Pulver in ein kaltes Getränk (Wasser oder Saft) einzurühren. Damit das Pulver genügend Zeit hat sich aufzulösen, sollte das Glas für zehn Minuten stehen gelassen und danach noch einmal umgerührt werden. Egal ist es hierbei, ob die Einnahme zwischen oder zu einer Mahlzeit erfolgt. Alternativ ist auch das Einstreuen des Pulvers in ein Müsli, in einen Smoothie oder in einen Joghurt möglich.

 

Nebenwirkungen von Hagebutten

Da die Hagebutte eine Heilpflanze ist, sind alle Pflanzenbestandteile ungiftig. Mögliche Nebenwirkungen bei der Einnahme von Hagebuttenpulver treten dadurch nur sehr selten auf. Besonders empfindliche Menschen können auf einzelne enthaltene Inhaltsstoffe allergisch reagieren, was allerdings sehr selten der Fall ist. Wenn keine Überempfindlichkeit gegen einen Wirkstoff besteht, sind auch beim täglichen und regelmäßigen Genuss keine Nebenwirkungen zu erwarten. Treten dennoch Nebenwirkungen auf, so sind diese in der Regel sehr schwach in ihrer Ausprägung und verschwinden so schnell wieder, wie sie gekommen sind, sobald die Einnahme wieder abgebrochen wird.

 

Studien zur Wirksamkeit von Hagebuttenpulver bei Arthrose

Standardmäßig besteht die Therapie bei chronischen Gelenkbeschwerden aus der Gabe schmerzstillender und entzündungshemmender Medikamente, die auf Dauer aber zu enormen Magen- und Darmproblemen führen können. Zur Reduzierung dieser Arzneimittel wurde die Wirksamkeit von Hagebuttenpulver in einigen Studien überprüft. Bereits seit 2004 befasst sich eine Forschergruppe um Prof. Dr. Kharazmi an der Universität Kopenhagen mit der schmerzlindernden Wirkung von Hagebuttenpulver bei Gelenkarthrose.

Insgesamt wurde die Studie mit 112 Arthrosepatienten durchgeführt, wobei täglich 5 g des Hagebuttenpulvers verabreicht wurden. Als Ergebnis zeichnete sich nach der regelmäßigen dreimonatigen Einnahme sowohl eine signifikante Schmerzreduzierung als auch die Linderung der Morgensteifigkeit bei 66 % der Patienten ab. Zudem konnte die Dosis der Schmerzmittel um bis zu 50 % reduziert werden. Außerdem berichteten die Studienteilnehmer über eine bessere Schlaf- und Lebensqualität.

 

 

Innerhalb der Studie wurde von den Forschern festgestellt, dass die Entzündungsreaktion in den Gelenken deutlich abgeschwächt wird, indem das Eindringen von Leukozyten (weißen Blutkörperchen) gehemmt wird.

Eine weitere dänische Forschergruppe um Larsen identifizierte bereits 2003 einen entzündungshemmenden Aktivwirkstoff in der wilden Hagebutte, namens Galaktolipid (kurz GOPO). Dieser Wirkstoff konnte zum ersten Mal in einem Rosengewächs nachgewiesen werden. Die Forscher fanden zudem heraus, dass die Konzentration des Galaktolipids in den Kernen am höchsten, sowie dass der Wirkstoff fettlöslich und überaus hitzeempfindlich ist. Um erfolgreich gegen die Arthrose vorzugehen, ist eine hohe Konzentration von GOPO erforderlich und daher ist die Einnahme eines Tees oder einer Hagebuttenmarmelade viel zu niedrig dosiert und wenig hilfreich im Gegensatz zu purem Hagebuttenpulver.

Tipps zu Ernährung und Hausmittel gegen Arthrose finden Sie hier.

 

Fazit

Hagebuttenpulver ist ein gut untersuchtes Nahrungsergänzungsmittel für Arthrosepatienten, da es Botenstoffe der Entzündung innerhalb des Entzündungsprozesses hemmt. Zwei placebokontrollierte Doppelblindstudien belegte bereits die verbesserte Beweglichkeit der betroffenen Gelenke. Bei einer regelmäßigen und dauerhaften Einnahme konnte zudem auch die Schmerzmitteldosis um einiges verringert werden.

Einmal zerstörte Knorpelstrukturen und Gelenkoberflächen können mit der Hilfe des Hagebuttenpulvers zwar nicht repariert werden, doch der Verlauf der Krankheit kann drastisch verlangsamt werden. Da die Wirksamkeit durch Studien gut dokumentiert ist, ist ein Therapieversuch auch im fortgeschrittenen Stadion einen Versuch wert. Wird das Hagebuttenpulver zusätzlich zur Behandlung verwendet, sollte immer der Arzt darüber informiert werden.

Generell besteht noch weiterer Forschungsbedarf, um die verschiedenen Wirkmechanismen der Hagebutte noch besser verstehen zu können. Doch es kann bereits heute davon ausgegangen werden, dass die Hagebutte hochwirksam gegen Arthrose ist.

 

Quellen

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