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Hausmittel Hauswurz – Heilwirkung und Anwendung

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Die Hauswurz – dekorative Zierpflanze mit Heilkraft

Die Hauswurz mit dem lateinischen Namen Sempervivum tectorum ist im Volksmund als Donnerwurz, Wetterwurz, Dachwurz, Dachzwiebel und Jupiterbart bekannt. Diese Namensgebung zeigt, dass der Pflanze die Kraft zugeschrieben wurde, vor Blitzeinschlag und Unwettern zu schützen.

Sie wurde daher auf Dächer gepflanzt und durfte in keinem Vorgarten fehlen. Auf Grund der feuchtigkeitsspeichernden Eigenschaft der Pflanze glaubten die Menschen im Mittelalter auch, dass die Hauswurz vor Bränden schützen könnte.

Beschreibung der Pflanze

Die anspruchslose Pflanze aus der Reihe der Dickblattgewächse (Crassulaceae) ist im europäischen Raum weit verbreitet. Hauswurz wächst auf kargen Böden und ist in sogar in Höhenlagen bis etwa 2000 Meter auf felsigem Grund zu finden. Selbst lange Trockenheit vermag der Pflanze nichts anzuhaben. Sie kann mit Hilfe der dicken Blätter Wasser gut speichern.

Die Hauswurz erreicht eine Wuchshöhe von 20 bis 40 Zentimetern. Die Rosetten der Hauswurz sind dekorativ, sie erinnern an Artischocken.

Hauswurz blüht von Mai bis August. Die Blüten der Hauswurz decken das gesamte Farbspektrum von weiß über rosa bis hin zu purpurrot ab. Die Blüten der echten, wildwachsenden Hauswurz sind rosa mit roten Streifen. In Vorgärten sind Hauswurz-Variationen auch mit gelben Blüten zu finden.

Die Blütenblätter sind sternförmig angeordnet. Nach dem Verblühen stirbt die Blütendolde ab.

Hauswurz vermehrt sich über Wurzelausläufer und über Samen. Die Hauswurz duftet ganz schwach. Im Geschmack erinnern die Blätter der Hauswurz an Gras.

Die Heilwirkungen der Hauswurz

Obwohl die Hauswurz weit verbreitet und in fast jedem Vorgarten zu finden ist, ist ihre Heilwirkung nur wenig bekannt. In der Naturheilkunde werden sowohl die Blätter als auch der Saft der Hauswurz verwendet.

In ihrer Heilwirkung ist die Hauswurz mit der Aloe vergleichbar.

Die im Volksglauben des Mittelalters vermuteten Wirkungen der Hauswurz wurden zum Teil durch Untersuchungen und Erfahrungen der modernen Homöopathie untermauert. Die in der Hauswurz enthaltenen Inhaltsstoffe wirken entzündungshemmend, erfrischend, kühlend und hautpflegend. Die Pflanze verfügt über leicht fiebersenkende Bestandteile.

Die Inhaltsstoffe der Hauswurz

Die Hauswurz enthält Gerbstoffe, Schleimstoffe, Harze, Apfel- und Ameisensäure.

Die Anwendung in der Naturheilkunde

Hauswurz wird als Heilmittel verwendet bei

  • Hautleiden
  • Geschwüren
  • Verbrennungen
  • Entzündungen im Mund
  • Halsschmerzen
  • Gebärmutterleiden
  • Menstruationsbeschwerden

Die Zubereitung als Heilmittel

Die Blätter der Hauswurz werden zwischen April und Ende September gesammelt.

Hauswurz-Saft

Hauswurzblätter werden zerquetscht, um den Saft zu gewinnen. Der Saft hilft bei trockener, rissiger Haut, bei Ekzemen, Wunden und Verbrennungen. Ebenso findet er Anwendung bei Warzen, Hühneraugen und zur Linderung von Insektenstichen. Der Saft der Hauswurz wird auf Wunden und geschädigte Haut direkt aufgetragen.

Im Mittelalter wurde vermutet, dass der Saft der Hauswurz Sommerspossen mildere. Ebenso glaubte man an die aphrodisierende Wirkung der Pflanze.

Hauswurz-Wasser

Bei Fieber werden zwei angeschnittene Blätter der Hauswurz in einen Liter Wasser gegeben. Nach einer etwa 30-minütigen Ziehzeit kann das Hauswurzwasser getrunken werden. Es wirkt erfrischend und fiebersenkend.

Hauswurzblätter

Die Blätter der Hauswurz werden auf schlecht heilende Wunden und Geschwüre gelegt. Sie wirken entzündungshemmend.

Hauswurz-Tee

Die Blätter der Hauswurz können getrocknet und als Tee zubereitet werden. Die Trocknung erfordert auf Grund der dickfleischigen Blätter viel Geduld. Sie werden zur Trocknung ausgelegt und müssen mehrfach, möglichst täglich, gewendet werden.

Der Hauswurz-Tee findet Verwendung bei Gebärmutterleiden, Menstruationsbeschwerden und wird zur Bekämpfung von Würmern eingesetzt. Gurgeln mit verdünntem Hauswurz-Sud hilft bei Halsentzündungen und Entzündungen des Mundraumes.

Hauswurz-Umschläge

Umschläge mit Hauswurz-Sud werden zur Linderung der Gürtelrose genutzt. Bei kleinen Wunden, Insektenstichen oder Verbrennungen kommen Hauswurzverbände zur Anwendung. Dazu werden die Blätter der Hauswurz zerstampft, das Mus auf die Wunde aufgetragen und mit einer Mullauflage verbunden.

Hauswurz-Tinkturen

Zur Anwendung bei Warzen und Hühneraugen empfiehlt sich die Herstellung einer Tinktur aus Schöllkraut und Hauswurz. Dazu werden die zerkleinerten Pflanzenteile im Verhältnis 1 zu 1 gemischt, mit Alkohol übergossen und einen Monat an einen ruhigen, dunklen Ort gestellt. Die Wirkstoffe können sich so gut entfalten.

Danach wird der Sud durch ein Leinentuch gegossen, die Pflanzenteile werden herausgefiltert. Die Tinktur wird in kleinen dunklen Fläschchen aufbewahrt. Wird die Tinktur täglich auf die Warzen und Hühneraugen getropft, mit einem Pflaster dicht verschlossen, sind meist bereits nach drei bis vier Tagen Erfolge zu erkennen.

Cremes und Salben mit Hauswurz-Essenzen

Cremes und Salben mit den Wirkstoffen der Hauswurz werden bei Verbrennungen, Insektenstichen und rissiger, geschädigter Haut aufgetragen. Die Herstellung der Cremes ist sehr einfach. Schweineschmalz wird erwärmt. Im flüssigen Zustand wird das Fett mit dem Saft der Hauswurzblätter vermischt.

Im abgekühlten, festen Zustand kann es auf die Haut aufgetragen werden. Die Hauswurzsalbe behält bis zu zwölf Monaten ihre Heilwirkung.

Hauswurz-Öle

Zur Verwendung bei Hautleiden eignet sich auch Hauswurz-Öl. Die Zubereitung ist unkompliziert. Ein kleines Marmeladenglas wird mit Hauswurz-Blättern gefüllt und mit Olivenöl übergossen. Das Glas wird verschlossen und zwei Wochen an einen dunklen Ort gestellt. Danach wird das Öl abgegossen, von festen Bestandteilen befreit und auf die rissige Haut aufgetragen.

 

Fazit

Die Hauswurz ist viel mehr als nur eine dekorative Pflanze im Steingarten. Sie ist eine Heilpflanze, die durch ihre vielfältigen Einsatzmöglichkeiten überzeugt. In der modernen Naturheilkunde findet die Hauswurz Anwendung hauptsächlich bei Hautproblemen, Verletzungen, Entzündungen sowie zur Linderung von Gebärmutterleiden und Menstruationsbeschwerden.

Quellen:

„Meine liebsten Wildkräuter: Neues von der Kräuter-Liesel mit ihren besten Rezepturen“, Liesel Malm

„Das Wunderbuch“, Kurt Maier

„Das große Lexikon der Heilpflanzen. Ihre Anwendung und ihre natürliche Heilkraft“, Walter Wurzer

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