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Hilft CBD Öl gegen Schmerzen?

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Mit Schmerzen ist nicht zu spaßen: Denn wenn es wehtut, dann ist man doch ziemlich eingeschränkt. Noch schlimmer ist es, wenn man von ständigen Schmerzen heimgesucht wird. Selbst, wenn diese nur zeitweise sind, möchte man sie möglichst sofort wieder wegbekommen. In Verbindung mit der in vielen Ländern mittlerweile fortschreitenden Legalisierung von Cannabis sind in letzter Zeit besonders Hanfprodukte in der Schmerztherapie auf dem Vormarsch. Und dabei muss es nicht einmal berauschendes THC sein, es gibt auch nicht psychoaktive, auch hierzulande legale Substanzen wie CBD Öl, denen viel gegen Schmerzen zugetraut wird. Doch hilft CBD Öl wirklich gegen Schmerzen? Und wenn ja, wann?

CBD: Ein legales und rauschfreies Cannabisprodukt

Cannabis, was eigentlich nichts weiter als eine Fachbezeichnung für Hanf ist, genoss lange Zeit einen schlechten Ruf: Weil bestimmte Bestandteile der Pflanze – besonders Tetrahydrocannabinol (THC) – eine berauschende Wirkung haben, wurde sie über Jahrzehnte hinweg kriminalisiert.

Mittlerweile ändert sich der Trend allerdings: Auch wenn THC-haltige Produkte für den normalen Konsum illegal sind, ist es mittlerweile in vielen Staaten möglich, medizinisches Marihuana zu erwerben, um gewisse Krankheitsbilder zu behandeln. Besonders die Schmerztherapie gehört zu den Feldern, die sich viel von Cannabis versprechen.

Was viele allerdings nicht wissen: Es gibt bereits Hanfprodukte, die völlig legal erhältlich sind und zwar therapeutischen Nutzen haben, dabei aber keine berauschende Wirkung an den Tag legen. Eines dieser Mittel ist CBD.

CBD ist dabei die Abkürzung für Cannabidiol, einem praktisch nicht psychoaktiven Cannabinoid, also einem chemischen Nebenprodukt der Hanfpflanze. Es wird meist als Öl vertrieben und wird seit mittlerweile über 50 Jahren medizinisch erforscht.

Viel Linderungspotential gegen Schmerzen

Dabei ist es besonders gegen Schmerzen vielversprechend. Denn wie andere Cannabinoide auch wird CBD gut vom Körper aufgenommen. Dafür verantwortlich ist das Endocannabinoid-System des menschlichen Organismus, der u.a. aus zwei Rezeptoren besteht, die es Cannabis-Verbindungen ermöglichen, an das Nerven- bzw. Immunsystem “anzudocken”. So ist es sehr einfach, eine Verbindung zwischen gesundheitlich sinnvollen Cannabis-Produkten und dem Körper aufzubauen.

 

Entzündungshemmende Eigenschaften

Dabei hat CBD Öl beispielsweise sehr gute entzündungshemmende Eigenschaften. Denn wenn der Stoff mit den Cannabinoid-Rezeptoren in Verbindung gerät, werden sehr schnell Immunzellen aktiviert. Dadurch wiederum wird das Immunsystem angeregt und Entzündungsprozesse können unterdrückt werden.

Und wenn Entzündungen abnehmen, verschwinden meist auch die damit verbundenen Schmerzen. Im klinischen Kontext bedeutet dies, dass Mediziner CBD häufig bei chronischen Entzündungen und Krankheitsbildern wie Multipler Sklerose oder rheumatoider Arthritis anwenden. Als Hausmittel kann derartiges Öl aber auch bei akuten, weniger schwerwiegenden Entzündungsprozessen eingesetzt werden.

Wenn CBD in Hanfsamenöl aufgelöst wird, ist die entzündungshemmende Wirkung sogar noch stärker. Denn so können dem Körper auch viele Omega 3 und Omega 6 Fettsäuren sowie Vitamin E zugefügt werden, die den Körper allesamt gegen Entzündungen unterstützen.

 

Entkrampfende Wirkung

Eine weitere Ursache, warum CBD Öl gerne gegen Schmerzen eingesetzt wird, ist die entkrampfende Wirkung des Cannabinoides. In Laborversuchen wurde nämlich schon früh entdeckt, dass CBD gegen induzierte Krämpfe entspannend wirkt. Auf Basis dieses Wissens wurde die Substanz vor allem von Neurologen erforscht: Heutzutage wird CBD deshalb vermehrt zur Behandlung von Epilepsie verwendet.

Die entspannende Wirkung lässt sich aber auch gegen andere Schmerzen nutzen: Bei krampfartigen Beschwerden wie Unterleibsschmerzen wird deshalb auch oft CBD Öl genutzt, um die Symptome zu lindern.

 

Unterdrückt Übelkeit

Eng mit der entkrampfenden Wirkung verbunden ist ein weiterer schmerztherapeutisch wertvoller Aspekt von CBD: Es wirkt nämlich sehr gut gegen Übelkeitsgefühle.

Dies liegt daran, dass die Substanz auch bei Unwohlsein entkrampfend wirkt. Dementsprechend werden Übelkeitssymptome gelindert und insbesondere Brechreiz kann unterdrückt werden. In Krankenhäusern wird diese Eigenschaft vor allem in der Krebstherapie genutzt: Regelmäßig und ordentlich dosiertes CBD kann dort beispielsweise die sehr starken Nebenwirkungen von Bestrahlungs- und Chemotherapien lindern.

Für den Hausgebrauch kann CBD aber auch bei Übelkeit helfen. Es lohnt sich also, ein derartiges Öl zu nutzen, wenn man sich akut unwohl fühlt und z.B. mit Brechreiz zu kämpfen hat.

 

Beruhigung der Nerven

Schließlich kann CBD auch die Nerven beruhigen, was sich auch auf die Linderung von Schmerzen auswirken kann. Denn diese haben oftmals nervliche Ursachen.

Zum einen kann ständige Unruhe nicht nur eine psychische und körperliche Belastung sein, sondern auch das Schmerzempfinden erhöhen. Andererseits gibt es auch sogenannte neuropathische Schmerzen. Diese sind entweder mit Nervenerkrankungen oder, als sogenannte sekundäre Neuropathie, mit Nebenwirkungen anderer Krankheitsbilder oder Medikamente, welche die Nerven belasten, verbunden.

Diese Schmerzen können gerade deshalb sehr belastend sein, weil es praktisch unmöglich ist, den Körper z.B. durch eine Schonhaltung ruhigzustellen. Auch Schmerzmittel gelangen in vielen Fällen an ihre Grenzen. Durch die direkte beruhigende Wirkung auf die Nerven hat CBD hier ein großes Potential: Ohne den Körper zu berauschen oder die Zurechnungsfähigkeit einzuschränken, kann dieses Cannabinoid dazu beitragen, die Schmerzen so zu reduzieren, dass sie zumindest erträglich werden.

Verfügbarkeit von CBD Öl

CBD Öl gegen Schmerzen

Image Credit: Alpex CBD Öl

CBD wird oftmals in Ölform verabreicht. Hierfür wird ein Trägeröl, meist Hanfsamenöl, dazu verwendet, das synthetisierte oder säureartige Cannabinoid zu beherbergen. Bei CBD Produkten wird dabei zwischen zwei Arten unterschieden:

  1. Medikamente mit CBD Gehalt, die dem Arzneimittelgesetz unterliegen und, in manchen Fällen, auch einen erhöhten THC Gehalt haben können. Diese Mittel sind verschreibungspflichtig und unter Umständen nur mit einer Ausnahmegenehmigung zu bekommen sowie
  2. Nahrungsergänzungsmittel mit CBD, zu denen alle frei erhältlichen CBD Öle gehören.

Diese Öle werden unter strenger Kontrolle angebaut. So wird sichergestellt, dass der THC Gehalt, der bei natürlichen Hanfprodukten leider unvermeidbar ist, den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. CBD Öl hat dabei maximal einen THC Gehalt von 0,2 Prozent – viel zu wenig, um rauschartige oder schädliche Wirkungen entfalten zu können.

Allerdings sollten Sie berücksichtigen, dass es unter Umständen passieren kann, dass der sehr geringe und eigentlich harmlose THC Gehalt bei Urintests entdeckt werden kann. Sollten Sie sich also regelmäßig derartiger Proben unterziehen müssen, ist es ratsam, im Vorfeld darauf hinzuweisen, dass Sie Hanföl bzw. CBD Öl zu sich nehmen.

Anwendung und Dosierung

Obwohl CBD Öl auch auf die Haut aufgetragen werden kann – was z.B. bei entzündlichen Hautkrankheiten wie Psoriasis angebracht ist – werden die Tropfen normalerweise oral aufgenommen.

Hierfür werden ein paar Tropfen des Öls – je nach Hersteller sind Dosierungen zwischen 5 und 30 Tropfen pro Tag üblich – in den Mund genommen und meist etwa eine Minute lang unter die Zunge gehalten. Durch die Mundschleimhäute kann das Öl so in den Körper gelangen und über die Cannabinoid Rezeptoren seine Wirkung entfalten.

Allerdings sollten Sie bedenken, dass die meisten CBD Öle einen eher unangenehmen, bitteren Geschmack haben. Da CBD nicht wasserlöslich ist, ist es auch nicht so einfach, die pure Einnahme zu umgehen. Wenn Sie partout nichts mit dem Geschmack anfangen können und Ihre Tropfen verdünnen möchten, können Sie allerdings versuchen, die Tropfen in eine fettige Substanz zu geben und dann in den Mund zu nehmen.

Fazit

CBD Öl kann also gut gegen verschiedene Arten von Schmerzen helfen. Dabei hat das praktisch nicht psychoaktive Cannabinoid besonders dann Vorteile, wenn andere Haus- und Schmerzmittel an ihre Grenzen geraten, also z.B. bei akuten und chronischen Entzündungen, krampfartiger Übelkeit oder auch bei Schmerzen, die nervliche Ursachen haben. Hier kann das ganz legale und weitgehend nebenwirkungsfreie Öl seine Vorteile ausspielen und auch bei Alltagsproblemen durchaus hilfreich sein.

Leiden Sie manchmal oder regelmäßig unter Schmerzen? Haben Sie vielleicht schon einmal CBD Öl probiert? Wie waren Ihre Erfahrungen? Ich würde mich freuen, von Ihnen zu hören – hinterlassen Sie doch einen kurzen Kommentar.

Quellen

  1. Klein, TW (2005): Cannabinoid-based drugs as anti-inflammatory therapeutics. Nature Reviews Immunology 5, 400411.
  2. Carlini, EA u.a. (1975): Anticonvulsant activity of four oxygenated cannabidiol derivatives. Research Communications in Chemical Pathology and Pharmacology 12(1), 1-15.
  3. Parker, LA u.a. (2011): Regulation of nausea and vomiting by cannabinoids. British Journal of Pharmacology 163 (7), 1411-1422.
  4. Rahn, EJ u.a. (2009): Cannabinoids as Pharmacotherapies for Neuropathic Pain: From the Bench to the Bedside. Neurotherapeutics 6 (4), 713-737.

Hinweis: Die gesundheitlichen Tipps auf dieser Seite können nicht den Besuch beim Arzt ersetzen. Ziehen Sie bei ernsthaften oder unklaren Beschwerden unbedingt Ihren Arzt zu Rate.

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