Hausmittel

Das sind natürliche Abführmittel

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Sie wollen Ihre Verdauung ankurbeln und Ihren Darm so schnell wie möglich entleeren? Dann interessieren Sie sich wahrscheinlich für Abführmittel. Dafür müssen Sie aber nicht unbedingt gleich in die Apotheke laufen – es gibt auch viele Hausmittel, die, richtig angewendet, sehr erfolgreich sein können. Im Folgenden erkläre ich Ihnen, wann diese Mittel sinnvoll sind und nenne Ihnen einige Beispiele für natürliche Abführmittel.

Wann kann man zu abführenden Mitteln greifen?

Generell gilt, dass sich die Verdauung eigentlich selbst regelt. Doch in manchen Fällen – manche können sehr unangenehm sein – ist es unter Umständen sinnvoll, zu einem Mittel zu greifen, das Ihrem Darm mehr Schwung verschafft. So kann es z.B. bei

  • Verstopfungserscheinungen, also sehr unregelmäßigem Stuhlgang
  • regelmäßigen Blähungen
  • Bauchschmerzen, insbesondere in Verbindung mit einem aufgeblähten Bauch oder auch
  • vor einer Detox Kur, bei dem viele darauf schwören, ihren Darm zu entleeren

sinnvoll sein, etwas nachzuhelfen.

In vielen Fällen werden dann medikamentöse Lösungen aus der Apotheke hinzugezogen, doch dies ist nicht unproblematisch:

  • Zum einen sind derartige Mittel oftmals sehr oft mit Nebenwirkungen und/oder unbeabsichtigten Überdosen verbunden. Diese können dann beispielsweise zu Durchfall oder noch stärkeren Blähungen führen.
  • Andererseits können starke Abführmittel das Problem sogar noch verstärken. Denn der träge Darm wird daran gewöhnt, “Hilfe” zu bekommen und bleibt untätig. In extremen Fällen kann es dann sogar passieren, dass der Darm völlig auf Medikamente angewiesen ist, um aktiv zu werden, eine Abhängigkeit ist dann oft die Folge. (1)

Deshalb sollten Sie gar nicht erst anfangen, regelmäßig auf darmanregende Medikamente zurückgreifen. In manchen Fällen, z.B. vor einer Darmspiegelung, sind sie zwar notwendig, dennoch sollten Sie die Einnahme immer mit einem Arzt besprechen und die Dosierungsanweisungen genau einhalten.

 

Strategien für den Darm: Auf Stress und schädliche Ernährung verzichten

Manche Gesundheitszustände, die den Griff zu abführenden Mittel nötig erscheinen lassen, sind eigentlich Symptome von ernsthaften Erkrankungen. Beispielsweise sind Krankheiten wie

  • Gallenerkrankungen
  • Erkrankungen der Leber
  • fortgeschrittene Hämorrhoiden
  • Schilddrüsenfehlfunktionen
  • Darmentzündungen oder auch
  • Krebserkrankungen wie Darmkrebs

oft mit Symptomen verbunden, die normalerweise eher auf eine Verstopfung oder ähnliches schließen lassen. Wenn Sie also über längere Zeit hinweg Schmerzen verspüren oder sogar Blut im Stuhl haben, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Doch in vielen Fällen sind die Symptome auch Ursachen geschuldet, die sich vergleichsweise einfach beheben lassen:

  • Stress verursacht nicht nur Bauchschmerzen, sondern kann auch den Darm belasten. Deshalb beklagen viele, die über Gebühr belastet sind, über Probleme beim Stuhlgang. Hier kann es helfen, den Stress zu reduzieren oder, im Falle einer emotionalen Belastung, professionelle psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen.
  • Auch auf Reisen können viele nicht so auf die Toilette gehen, wie sie es gewohnt sind. Dies kann verschiedene Ursachen haben, so z.B. ein veränderter Biorhythmus, ungewohnte Ernährung oder auch nur die Tatsache, sehr an das eigene Badezimmer gewohnt zu sein. In solchen Fällen sollten Sie nicht verzagen, die Symptome sind meistens nur zeitweise.
  • Besonders oft wird der Stuhlgang durch eine falsche Ernährung behindert. Besonders viel fettiges Essen und Fleisch kann den Darm träge machen. Bevor Sie es regelmäßig mit Abführmitteln versuchen, sollten Sie in diesem Fall lieber zunächst Ihre Ernährung umstellen und z.B. vermehrt Obst und Gemüse zu sich nehmen.
  • Auch zu wenig aufgenommene Flüssigkeit kann den Darm beeinträchtigen. Achten Sie also darauf, stets ausreichend Wasser und andere Flüssigkeit zu sich zu nehmen.

Wenn aber die Probleme überhand nehmen, sie also z.B. den Tagesablauf deutlich belasten, dann wollen viele schnelle Linderung. In vielen Fällen kann man sich diese auch selber verschaffen. (2) Dafür gibt es viele natürliche Mittel, die den Darm in Schwung bringen und so abführend wirken. Doch welche sind das? Um Ihnen einen Überblick über die Möglichkeiten zu verschaffen, stelle ich Ihnen nun einige Arten von natürlichen Abführmitteln vor, erkläre Ihnen, wie sie wirken und gebe Ihnen einige Vor- und Nachteile der jeweiligen Gruppen an die Hand.


 

Natürliche Abführmittel

Denn es gibt viele Möglichkeiten, auf natürliche Weise Magen und Darm entspannen zu lassen. (3) Einige wirken dabei eher kurzfristig, andere haben eine eher nachhaltige Wirkung.

Körner und Samen als QuellmittelSamen als Natürliche Abführmittel

Ein sehr beliebtes und auch vergleichsweise effektives Mittel, um schnell eine abführende Wirkung zu erzielen, sind bestimmte Körner und Samen. Sie enthalten sehr viele Ballaststoffe wirken vor allem als Quellmittel: Durch sie werden Schadstoffe und andere schädliche Substanzen, welche die Verdauung beeinflussen, gebunden, so dass der Darm wieder besser arbeiten kann. Besonders beliebte Vertreter dieser Gruppe der natürlichen Abführmittel sind:

  • Flohsamenschalen
  • Chia-Samen
  • Leinsamen
  • Vollkornprodukte und
  • Weizenkleie.

Normalerweise lassen sich innerhalb von 24 Stunden erste Erfolge verbuchen. Wichtig ist es, dass Sie sie mit viel Wasser einnehmen, damit sie im Darm aufquellen können. Allerdings sind diese Mittel nicht für alle geeignet: Wenn Sie vermuten, dass eine Entzündung den Stuhlgang blockiert, sollten Sie von Körnern und Samen eher Abstand nehmen. (4)

Vorteile Nachteile
Einfach verfügbar Wirkung dauert einige Stunden
schonende Einnahme nicht bei Entzündungen geeignet
relativ schnelle Wirkung

Obst & Gemüse als schonendes, natürliches AbführmittelObst und Gemüse helfen der Verdauung

Auch Obst und Gemüse können natürlich abführend wirken. Denn sie sind nicht nur leichte, aber nährstoffreiche Kost, sondern sind in vielen Fällen auch sehr ballaststoffhaltig. Besonders tropische Früchte und Obst, das mit Kernen verzehrt wird, kann den Darm so beeinflussen, dass er wieder aktiver wird und es zu einem abführenden Effekt kommt. Besonders geeignet sind hierbei

  • Äpfel (bzw. Apfelsaft oder verdünnter Apfelessig), auch aufgrund der enthaltenen Apfelpektine
  • Ananas
  • Hülsenfrüchte wie Bohnen, Erbsen und Linsen
  • Karotten
  • Papaya
  • Spinat
  • Tomaten
  • Trauben
  • Trockenobst wie Pflaumen, Datteln und Rosinen sowie
  • Wassermelone.

Die abführende Wirkung von Obst und Gemüse ist normalerweise effektiv und schonend. Allerdings dauert es ein bisschen, bis man Erfolge verbuchen kann, in vielen Fällen muss man mehrere Tage warten. Und auch hier gilt: Sie sollten weiterhin viel trinken.

Vorteile Nachteile
Schonende Wirkung eher mittelfristige Wirkung als schnelle Hilfe
gute, langfristige Ergebnisse
zusätzliche Nährstoffe

Mit Schärfe den Darm entleerenGewürze als Natürliche Abführmittel

Wenn Sie es gerne etwas schärfer mögen, dann können Sie es auch mit Gewürzen versuchen. Besonders

  • Chili und
  • Pfeffer

haben sich hier aufgrund ihrer Wirkstoffe Capsaicin bzw. Piperin als natürliches Abführmittel bewährt. Diese können den Darm desinfizieren und ihn so beruhigen, dass er wieder vernünftig arbeiten kann. Allerdings sollten Sie vorsichtig sein: Zu viel Schärfe kann den Darm auch irritieren, wenn Sie unter einem empfindlichen Magen leiden, sollten Sie die Dosis zudem zumindest anfangs sehr gering halten. Besonders empfehlenswert ist eine Kombination mit anderen abführenden Mitteln, z.B. eine Gemüsesuppe mit einer Chili-Schote.

Vorteile Nachteile
beruhigt den Darm kann im Übermaß Magen und Darm auch irritieren
desinfizierende Wirkung
vielfältig kombinierbar

Milchsäure bringt die Verdauung in SchwungMilchsäure bringt die Verdauung in Schwung

Milchprodukte werden seit geraumer Zeit als natürliche und abführende Mittel genutzt. Grund hierfür sind die Milchsäurebakterien, welche in der Darmflora Fäulnisbakterien bekämpfen und so zu einer gesunden und natürlichen Verdauung beitragen. Einige Milchprodukte, die so als Abführmittel genutzt werden, sind:

  • Quark und Joghurt
  • Milch und Buttermilch
  • Milchpulver sowie
  • Sauerkraut, das durch seinen Konservierungsprozess Milchbakterien enthält.

Je nach gewähltem Mittel können diese Produkte ziemlich schnell (Milchpulver oder Sauerkraut) bis eher mittelfristig (Quark und Joghurt) wirken. Wer allerdings unter einer Laktoseintoleranz leidet oder tierische Produkte ablehnt, sollte sich lieber nach einem anderen Hausmittel umsehen.

Vorteile Nachteile
schnelle bis mittelfristige Wirkung bei Laktoseintoleranz nicht geeignet
einfach zu beschaffen tierisches Produkt, nicht vegan

Anthrachinone: Pflanzlich und potentpflanzliche Mittel Abführmittel

Einige pflanzliche Mittel haben eine sehr starke abführende Wirkung. Sie enthalten Anthrachinone, pflanzliche Farbstoffe, die erst beim Eintritt in den Darm wirken. Dort stimulieren sie die Darmwände und erhöhen den Wassergehalt, wodurch sehr schnell starke abführende Prozesse in Gang gesetzt werden. (5) Zu den bekanntesten Heilpflanzen mit diesen Eigenschaften gehören

bzw. Präparate mit diesen Pflanzen.

Aufgrund der sehr starken Wirkung dieser Pflanzen sollten sie aber nur sehr behutsam und am besten in Absprache mit einem Arzt genutzt werden, denn es ist für den Laien sehr einfach, sie zu hoch zu dosieren. Außerdem sollten sie bei Entzündungen nicht genutzt werden.

Vorteile Nachteile
sehr schnelle Wirkung schwierig zu dosieren
kraftvoll Wirkung für manche Probleme zu stark
darf nicht bei Entzündungen eingenommen werden

Öle entspannen den DarmÖle als Abführmittel

Auch Öle sind sehr beliebt, wenn es darum geht, natürliche Abführmittel zu finden, die den Darm entspannen und den Stuhlgang anregen. Ihr Hauptwirkungsmechanismus besteht darin, dass sie die Darmschleimhäute mit einem Ölfilm versehen, wodurch diese besser “geschmiert” werden und der Verdauungsapparat besser arbeiten kann. Zu den beliebtesten Ölen gehören dabei

  • Leinöl
  • Olivenöl und
  • Rizinusöl.

Während die ersten beiden Öle vergleichsweise schonend und mittelfristig (also nach mehreren Stunden oder Tagen) wirken, ist Rizinusöl sehr potent. Es wirkt innerhalb weniger Stunden und hat dann eine sehr starke abführende Wirkung. Sie sollten sich also auf jeden Fall in der Nähe einer Toilette aufhalten. Zudem wirkt es nicht nur auf den Dickdarm und somit den Verdauungstrakt, sondern auch auf den hierfür eher unbedeutenden Dünndarm. Auch Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen sind hier nicht selten, weshalb Rizinusöl nur bei sehr akuten Beschwerden in Betracht gezogen werden und eine längere Nutzung unterbleiben sollte. (6)

Vorteile Nachteile
viele Öle wirken sehr schonend Rhizinusöl in vielen Fällen zu stark und oft mit Nebenwirkungen verbunden
einfache Einnahme
gute kurz- bis mittelfristige Wirkung

 


 

Massagen als Alternative zu traditionellen Hausmitteln

Es müssen aber nicht immer natürliche Substanzen sein: Auch eine einfache Bauchmassage kann oft dabei helfen, die Verdauung wieder in Schwung zu bringen. So gesehen kann auch die eigene Hand ein natürliches Abführmittel sein.

Hierfür sollten Sie sich entspannt hinlegen und Ihren Bauch mit sanften und kreisenden Bewegungen massieren. Achten Sie dabei besonders auf Stellen, die Sie irritieren. So können Sie innerhalb weniger Minuten Ihren Darm und die damit verbundenen Muskeln und Nerven so beruhigen, dass Sie in vielen Fällen schnell wieder einfach auf die Toilette gehen können.

Besonders bei stressinduzierten Verdauungsproblemen eignet sich diese Vorgehensweise. Allerdings wirken Massagen auch nicht in allen Fällen, manchmal ist auch viel Geduld vonnöten.

Video einer einfachen, selbst durchführbare Magen-Darm-Massage:

Vorteile Nachteile
frei von Nebenwirkungen nicht in allen Fällen wirksam
entspannende Wirkung besonders bei Stress
schonend


Fazit

Es gibt viele Gründe, warum man gerne seine Verdauung ankurbeln möchte. Im Regelfall sollten abführende Mittel aber erst dann genutzt werden, wenn man Hauptursachen für Verdauungsprobleme, also z.B. eine unausgewogene Ernährung mit viel Fett und Fleisch oder auch Stress, beseitigt hat. Dabei ist es nicht immer notwendig, gleich in die Apotheke zu gehen: Es gibt nämlich auch viele natürliche Abführmittel, die zum Erfolg führen können – manche sehr schnell, andere schonender und mittelfristiger.

Bereitet der Toilettengang Ihnen auch manchmal Schwierigkeiten? Welche Mittel haben Sie probiert und wie waren Ihre Ergebnisse? Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn Sie in einem kleinen Kommentar davon berichten würden.

Quellen

(1) Bei Verstopfung nicht gleich Abführmittel nehmen. T-Online.de.

(2) Frieling, Th.: Chronische Obstipation. Empfehlungen zur individuellen Therapie mit und ohne Laxanzien. Deutsche Apotheker-Zeitung 04/2014, 64.

(3) Melzer, M.: Das sollten Sie über Abführmittel wissen. Apotheken-Umschau.

(4) Melzer, M.: Indischer Flohsamen. Heilpflanzen-Lexikon, Apotheken-Umschau.

(5) Sellerberg, U.: Senna – Die richtige Dosis finden. PTA-Forum der Pharmazeutischen Zeitung, 01/2013.

(6) Peter, B.: Verdauung – aber bitte mit Erfolg! dr-bernhard-peter.de.

 

Hinweis: Die gesundheitlichen Tipps auf dieser Seite können nicht den Besuch beim Arzt ersetzen. Ziehen Sie bei ernsthaften oder unklaren Beschwerden unbedingt Ihren Arzt zu Rate.

About Nick

Hi Ich bin Nick! Ich interessiere mich leidenschaftlich für alles, was mit gesunder Ernährung und einem gesunden Leben zu tun hat. Ich habe diese Webseite gestartet, um mein Wissen und meine Erfahrung mit meinen Lesern zu teilen und weil es mir unglaublich viel Spaß bereitet, anderen mit meinen Tipps zu einem besseren Leben zu verhelfen.

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