Gesundheit

Wie ist die Wirkung von Hanföl?

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Wenn Sie an pflanzliche Öle denken, dann fallen Ihnen wahrscheinlich zunächst einmal Vertreter wie Oliven-, Leinsamen oder Sonnenblumenöl ein. In letzter Zeit wird aber das Öl einer anderen Pflanze immer populärer, nämlich das, was aus den Samen der Hanfpflanze gewonnen wird. Und keine Sorge, Hanföl ist weit davon entfernt, psychoaktive Effekte zu haben – Ihre Gesundheit hingegen kann durchaus profitieren. Im folgenden erkläre ich Ihnen, was Hanföl ausmacht, wie es auf den Körper wirkt und was Sie bei der Auswahl eines guten Öls beachten sollten.

Keinerlei berauschende Effekte

Wenn Sie den Namen Hanf hören, dann machen Sie sich vielleicht zunächst einmal Sorgen, versehentlich in einen Drogenrausch zu geraten. Doch bei Hanföl ist dies völlig unbegründet, denn es ist nicht ohne Grund frei erhältlich.

Denn mit dem, was der Laie meist unter Cannabis versteht, hat das Öl der Pflanze eigentlich überhaupt nichts gemein: Es wird aus Hanfsamen gewonnen, das nur mikroskopisch kleine Tetrahydrocannabinol (THC) Reste beinhaltet. Zwar ist THC in größeren Mengen psychoaktiv, im Hanföl ist es aber so spärlich vertreten, dass Sie auch sehr große Mengen aufnehmen können, ohne in Gefahr zu geraten, sich versehentlich zu berauschen.

Wenn wir also von der Wirkung von Hanföl sprechen, dann können wir eine berauschende Wirkung ausschließen. Stattdessen überwiegen andere Effekte, die größtenteils sehr vielversprechend sind.

Vielversprechende Zusammensetzung

Dafür verantwortlich sind die vielen Inhaltsstoffe des Öls, die eine ganz besondere Zusammensetzung haben. So enthält Hanföl u.a.:

  • Omega 3 Fettsäuren, insbesondere Alpha Linolensäure
  • Omega 6 Fettsäuren, hier ist besonders die sehr seltene Gamma-Linolensäure zu nennen
  • Vitamine, insbesondere Vitamin E und B-Vitamine sowie
  • viele Mineralstoffe und Spurenelemente wie Kalium, Kalzium, Magnesium, Phosphor und Zink.

Wenn Sie sich angesichts der vielen enthaltenen Fette Sorgen um Ihre Gesundheit machen, dann kann ich Sie beruhigen: Denn hier handelt es sich um ungesättigte Fettsäuren, die im Körper weitaus mehr Gutes tun, als sie Schaden anrichten würden.

Aber wie genau wirken diese Inhaltsstoffe im Körper?

Stimuliert Herz, Kreislauf und StoffwechselHanföl wirkung

Als Speiseöl und auch als Hausmittel lässt sich Hanföl so ähnlich einsetzen, wie andere pflanzliche Öle auch. Aufgrund der besonderen Rezeptur der Inhaltsstoffe ist es dabei besonders dafür geeignet, Kreislauf und Stoffwechsel in Schwung zu halten.

So sind Omega 3 und Omega 6 sogenannte essentielle Fettsäuren, die der Körper nicht selbstständig synthetisieren kann, sondern über die Nahrung aufgenommen werden müssen. Denn nur mit ihnen ist es dem Stoffwechsel möglich, sich voll zu entfalten. Der Körper nimmt also mit Hanföl besser Energie auf, so dass Sie – insbesondere in Verbindung mit viel Bewegung – besser Fett verbrennen und Gewicht verlieren können.

Aber auch auf den Kreislauf hat Hanföl eine regulierende Wirkung: Sowohl die Omega 6 Fettsäuren als auch die teilweise im Körper zu Eicosapentaensäure (EPA) umgewandelte Alpha Linolensäure tragen dazu bei, den Blutdruck zu senken. Auch der Cholesterinspiegel wird ausgeglichen, da Omega 3 den Körper dabei unterstützt, das “schlechte” LDL Cholesterin zu senken, während der Anteil des “guten” HDL Cholesterins erhöht wird.

Aber auch langfristig kann Hanföl Vorteile haben So haben besonders Omega 6 Fettsäuren leicht blutverdünnende Eigenschaften, die normalerweise zur Prävention gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen genutzt werden können. Wenn Sie allerdings bereits blutverdünnende Medikamente einnehmen, dann ist es ratsam, Ihren Arzt auch zur Ernährung mit Hanföl zu befragen. Studien haben außerdem ergeben, dass ein hoher Omega 3 Spiegel höchstwahrscheinlich dazu beiträgt, das Risiko für einen plötzlichen Herztod zu minimieren.

 

Gute antioxidative Wirkung

Hanföl ist außerdem reich an Vitaminen und pflanzlichen Inhaltsstoffen, so z.B. Vitamin E und Flavonoiden, die sich hervorragend als Antioxidationsmittel eignen. Dies bedeutet, dass es dazu beiträgt, vor Freien Radikalen zu schützen und so Zellzerstörung zu verhindern. Regelmäßig eingenommen kann Hanföl so sowohl Herz und Kreislauf schützen als auch dazu beitragen, vorbeugend gegen Zellwucherungen, also Tumore, zu wirken.

Dabei ist es allerdings immer ratsam, sich nicht alleine auf Hanföl zu verlassen. Denn die Omega 6 Fettsäuren haben neben ihren positiven Wirkungen auch die Eigenschaft, leicht im Blut zu oxidieren. Deshalb ist es immer ratsam, das Öl mit anderen Radikalfängern, also z.B. Vitamin C haltige Lebensmittel, zu kombinieren.

Viel Potential gegen Entzündungen

Der hohe Omega 3 Gehalt von Hanfsamenöl macht sich auch bei der Bekämpfung von Entzündungen bemerkbar. Denn zu EPA umgewandelt hat Alpha Linolensäure ein hohes antiinflammatorisches Potential. Regelmäßig innerlich eingenommen kann es so nicht nur dabei helfen, entzündungsbedingten Schmerz zu bekämpfen, sondern kann auch dazu beitragen, Symptome von chronischen Entzündungskrankheiten wie z.B. Arthritis zumindest zu lindern.

 

Sehr vielversprechend für die Haut

Noch interessanter ist Hanföl aber für die Haut. Denn dort hat es eine sehr positive und beruhigende Wirkung. Dafür verantwortlich ist das natürliche Verhältnis zwischen Omega 6 und Omega 3 Fettsäuren: Dieses liegt bei ungefähr 3:1 – optimale Voraussetzungen, um viele Hautleiden in den Griff zu bekommen.

Die Haut wird so nicht nur befeuchtet, Dermatologen haben in Studien auch festgestellt, dass das Öl auch gegen viele Hautkrankheiten helfen kann: Besonders bei schwierig behandelbaren Krankheitsbildern wie Neurodermitis und Schuppenflechte konnten deutliche Erfolge erzielt werden.

Aufgrund ihrer entzündungshemmenden Eigenschaften lässt sich das Öl außerdem gut bei der Behandlung kleinerer Wunden einsetzen. Im Gegensatz zu anderen Mitteln hat es dabei den Vorteil, dass es eigentlich kaum brennt – so können Sie ganz schonend etwas dafür tun, dass sich die Wunde nicht weiter entzündet.

Nutzung gegen Schmerzen

Aufgrund der entzündungshemmenden Eigenschaften lässt sich Hanfsamenöl auch gut zur Linderung inflammatorischer Schmerzen einsetzen – bei nervlich bedingten Beschwerden sollte es allerdings wohl eher nicht erste Wahl sein.

Hier ist es ratsam, CBD Hanföl zu wählen. CBD steht hierbei für Cannabidiol, ein rauschfreies Nebenprodukt der Hanfpflanze, das mit Hanföl gemischt wird. CBD Öl hat zwar keinerlei psychoaktive Wirkung, trägt aber dennoch dazu bei, die Nerven zu beruhigen und besonders neuropathische Schmerzen in den Griff zu bekommen.

Auf Kaltpressung achten

Das Geheimnis der Wirkung von Hanföl liegt also in seiner natürlichen Zusammensetzung. Doch leider ist nicht jedes Öl gleich. Bei den meisten günstigen Hanfölen, die z.B. im Supermarkt erhältlich sind, handelt es sich um raffiniertes Öl. Es wurde also nach der Herstellung “veredelt”, was aber nicht unbedingt zielfördernd ist.

Zwar sind derartige Öle nämlich geschmacks- und geruchsneutral. Um dies zu erreichen, wurden sie aber vorher auf sehr hohe Temperaturen erhitzt. Dies führt dann wiederum dazu, dass die Inhaltsstoffe nicht mehr so zusammengesetzt sind, wie es die Natur vorsieht. Die Fettsäuren sind dann in ihrer Struktur praktisch zerstört, auch Vitamine und Mineralstoffe sind kaum mehr vorhanden.

Wenn Ihnen also die gesundheitliche Wirkung von Hanföl wichtig ist, kommen Sie wohl nicht daran vorbei, ein etwas teureres kaltgepresstes Öl zu wählen. Hier sind die Nährstoffe praktisch komplett vorhanden, so dass Sie besonders von den ungesättigten Fettsäuren profitieren können. Der Geschmack derartigen Öls ist typischerweise etwas nussig.

Als Hausmittel und Speiseöl ist es dabei immer empfehlenswert, Hanföl bei Zimmertemperatur zu verzehren. Wenn Sie es regelmäßig einnehmen wollen, hat sich der tägliche Verzehr von ein bis drei Teelöffeln als hilfreich etabliert. In der Küche können Sie es besonders als markant-schmackhaftes Salatdressing verwenden. Es ist auch möglich, das Öl zum Braten und Dünsten zu verwenden. Dabei sollten Sie aber bedenken, dass es einen Rauchpunkt von ungefähr 165 Grad hat – wird das Öl auf eine höhere Temperatur erhitzt, gerät auch die natürliche Zusammensetzung ins Wanken.

Fazit

Anders, als der Name vielleicht zunächst vermuten lassen würde, ist die Wirkung von Hanföl überhaupt nicht berauschend oder mit den Teilen der Pflanze vergleichbar, die als Drogen missbraucht werden. Es ist frei verfügbar und wird nach strengen Maßstäben produziert, so dass der THC Gehalt wirklich mikroskopisch klein ist.

Stattdessen wirkt Hanföl vor allem gesundheitsfördernd. Dafür verantwortlich ist in erster Linie die sehr interessante Zusammensetzung: Ein praktisch perfektes Verhältnis zwischen Omega 3 und Omega 6 Fettsäuren sowie viele andere pflanzliche Bestandteile sorgen dafür, dass kaltgepresstes Hanföl besonders auf Herz, Kreislauf, Stoffwechsel, Zellen und Haut eine sehr vielversprechende positive Wirkung hat.

Haben Sie schon eine Flasche Hanföl in der Küche oder in der Hausapotheke zu stehen? Wie nutzen Sie es am liebsten, als Speiseöl oder als Hausmittel? Konnte es Ihnen schon gegen kleinere oder größere Wehwechen helfen? Dann würde ich mich freuen, von Ihren Erfahrungen zu hören: Schreiben Sie doch einen kurzen Kommentar.

Quellen

  1. Von Schacky, C. (2010): Omega-3 Index and Sudden Cardiac Death. Nutrients 2 (3), 375-388.
  2. Prociuk, MA u.a. (2008): Cholesterol-induced stimulation of platelet aggregation is prevented by a hempseed-enriched diet. Canadian Journal of Physiology and Pharmacology 86, 153-159.
  3. Richard, D. u.a. (2008): Polyunsaturated fatty acids as antioxidants. Pharmacological Research 57 (6), 451-455.
  4. Callaway, J. u.a. (2005): Efficacy of dietary hempseed oil in patients with atopic dermatitis. Journal of Dermatological Treatment 16, 87-94.

Hinweis: Die gesundheitlichen Tipps auf dieser Seite können nicht den Besuch beim Arzt ersetzen. Ziehen Sie bei ernsthaften oder unklaren Beschwerden unbedingt Ihren Arzt zu Rate.

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