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Wie wirkt Aloe Vera?

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Aloe Vera – der Name der Pflanze, die aus der Familie der Echten Aloe stammt, begeistert nicht nur Kosmetikhersteller. Auch als Heilpflanze hat sie eine lange Tradition. Aber hält sie auch modernen Ansprüchen stand? Ich erkläre Ihnen, was in Aloe Vera steckt und welche Eigenschaften die Pflanze wirklich auf die Gesundheit haben kann.

Viele Inhaltsstoffe, große Wirkung

Die Aloe Vera Pflanze stammt ursprünglich aus Nordafrika, ist mittlerweile aber fast überall anzutreffen, wo die Temperaturen nicht allzu kalt werden. Deshalb finden sich heutzutage auch viele Aloe Produkte von der Iberischen Halbinsel, aus Asien oder auch aus Mittel- und Südamerika.

Dabei hat die Aloe eine lange Tradition als Heilpflanze. Bereits aus dem alten Ägypten und aus Mesopotamien sind Berichte erhalten, welche ihre therapeutische Anwendung belegen. Auch heutzutage schwören viele auf sie, und das oftmals zu Recht.
Denn eine Aloe Pflanze strotzt nur so vor Inhaltsstoffen, welche der Gesundheit helfen können, so z.B.:

  • Acemannan, ein pflanzliches Zuckermolekül, das u.a. antiviral und antimikrobiell wirken und das Immunsystem stärken kann
  • viele essentielle und semi-essentielle Aminosäuren
  • Mineralien wie Eisen, Kalzium, Magnesium und Zink
  • Saponine, also Steroidglykoside, die u.a. entzündungshemmend, darmreinigend und cholesterinbindend wirken
  • Vitamine wie B-Vitamine, Vitamin C und Vitamin E.

Schließlich hat Aloe Vera auch noch die Eigenschaft, sehr viel Wasser binden zu können.

Anwendungsmöglichkeiten

Diese vielen Inhaltsstoffe machen Aloe zu einem Hausmittel, das auf ganz unterschiedliche Weisen wirken kann. So können Sie sie sowohl innerlich als auch äußerlich anwenden.

 

Bei Hautproblemen bewährt

Wahrscheinlich kennen Sie Aloe Vera besonders aus der Kosmetik, denn die Branche bietet viele derartige Produkte an. Und tatsächlich kann die Pflanze der Haut sehr viel Gutes tun.

 

  • Besseres Hautbild

Zum einen kann Aloe Vera zu einem besseren Hautbild beitragen: Aufgrund ihres hohen Wassergehaltes hilft sie dabei, trockene Haut besser zu befeuchten. Aber auch die entzündungshemmenden und antimikrobiellen Effekte der Pflanze helfen bei vielen Hautproblemen: So kann sie gegen viele Bakterien und Hautpilze ankämpfen, die beispielsweise Akne und unreine Haut verursachen können. Patientenberichte und Fallstudien verweisen zudem auf eine zumindest lindernde Wirkung bei Neurodermitis und Schuppenflechte.

  • Gegen Falten

Aloe Vera kann auch als Anti Aging Mittel genutzt werden. Denn das Gel der Pflanze hat die Eigenschaft, sehr schnell und vollständig in die Haut einzuziehen. Dort kann sie dann auf die unteren Hautschichten wirken. Aloe kann sehr viel Wasser binden und ähnelt dabei z.B. der Hyaluronsäure, die normalerweise im Körper für eine straffe, faltenfreie Haut verantwortlich ist. Bei regelmäßiger Nutzung kann Aloe Vera so auch gegen Falten wirken, da die Zellen wieder mit Wasser gefüllt und die Haut so aufgepolstert wird.

  • Sonnenbrand

Aloe Pflanzen sind besonders in sonnigen Gebieten leicht erhältlich. Kein Wunder also, dass sie auch bei wärmebedingten Problemen gerne eingesetzt werden. Besonders bei Sonnenbränden verspricht ein Aloe Gel schnelle Wirkung. Da das Gel sehr kühlend wirkt, wird der Schmerz gelindert und Verbrennungen werden gemindert.

  • Insektenstiche

Auch bei einer Mückenplage oder anderen Stichen bzw. Bissen kann Aloe Vera helfen. Denn die kühlenden Eigenschaften stillen nicht nur den Schmerz und verhindern ein Aufkratzen des Stiches. Auch Schwellungen, die meistens nach Insektenstichen auftreten, werden so zurückgedrängt und der Schaden minimiert.

  • Wundheilung

Außerdem kann Aloe Vera auch bei kleineren Wunden, z.B. Schnittwunden, helfen. Kühlendes Gel stillt dabei nicht nur den Schmerz, die enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe fördern zusätzlich die Wundheilung. Außerdem kann Aloe Vera eine desinfizierende Wirkung haben, weiterhin helfen die entzündungshemmenden, antimikrobiellen und antimykotischen Eigenschaften der Pflanze dabei, eine Infektion der Wunde zu verhindern.

Wirkung auf Kopfhaut und Haare

Auch auf Kopfhaut und Haare kann Aloe Vera einen guten Effekt haben. Denn das Gel kann aufgrund seines Inhaltsstoffes Beta-Sitosterin die Durchblutung der Kopfhaut fördern und somit sogar gegen Haarausfall ankämpfen.

Die vielen Vitamine und Mineralien, die in der Pflanze enthalten sind, können zudem zu einer besseren Ernährung der Haare beitragen. So können Sie erreichen, dass müdes oder brüchiges Haar wieder in neuem Glanz erstrahlt.

Aufgrund seiner antimykotischen, also pilzbekämpfenden Wirkung eignet sich Aloe Vera zudem gut als Hausmittel gegen fettige Schuppen auf der Kopfhaut.

Innere Anwendung

Aber auch innerlich kann Aloe zu einer besseren Gesundheit beitragen. Aufgrund ihrer Vitamine und insbesondere Acemannan wirkt sie nämlich nicht nur antioxidativ als freier Radikalfänger, auch das Immunsystem kann deutlich gestärkt werden. Außerdem kann sie deutlich positiv auf Magen und Darm wirken, die Verdauung verbessern und innerliche Entzündungen bzw. Infektionen bekämpfen helfen.

Aloe Vera hat also viele positive Wirkungen auf die Gesundheit, die nicht nur die Haut betreffen. Und glücklicherweise gibt es viele Produkte, welche die Pflanze beinhalten.

Aloe Vera Produktealoe vera wirkung

Für den kleinen Bedarf kann es Sinn machen, sich zu Hause eine Aloe Pflanze anzuschaffen. Wenn man sie gut pflegt, kann man nämlich lange von ihr profitieren: Sie können dann jeweils ein Blatt abschneiden und daraus den Saft entnehmen. Doch leider reicht dies oft für großflächige Anwendungen nicht aus. Für solche Fälle gibt es aber weitere Aloe Vera Produkte.

Gel für die Haut

Hautgel hat einen sehr hohen Aloe Gehalt – oftmals fast 100 Prozent – und ist besonders für die äußere Anwendung konzipiert. Sie können es täglich oder bei Bedarf – also z.B. als Après Lotion nach einem Sonnenbad oder nach einem Insektenstich – verwenden. Sie können derartiges Gel aber auch in die Haare geben oder in die Kopfhaut einziehen lassen.

Säfte und Trinkgels

Für die innere Einnahme gedacht sind vergleichsweise milde schmeckende Aloe Vera Säfte und Trinkgels. Dabei werden Säfte normalerweise aus der ganzen Pflanze gepresst, was nicht unproblematisch ist: Da sie nämlich auch Stoffe wie Aloin enthält, die unter Umständen allergische Reaktionen hervorrufen können, werden diese Säfte vor der Abfüllung gefiltert. Dadurch verliert der Saft aber auch einiges an Inhalts- und Wirkstoffen.

Sinnvoller ist es deshalb, zu Trinkgel zu greifen. Diese Gels werden ausschließlich aus Aloe Blättern gewonnen und haben dadurch die höchste Wirkstoffkonzentration. Da sie aber auch verhältnismäßig teuer und pur auch etwas unangenehm schmecken können, sollten Sie nur wenig pures Gel täglich zu sich nehmen. Sie können es aber auch als Zutat für Mischgetränke oder Smoothies verwenden.

Haut- und Gesichtscremes

Schließlich gibt es auch Haut- und Gesichtscremes. Dies sind in den meisten Fällen eher kosmetische Produkte, die sich zwar durch einen hohen Tragekomfort auf der Haut auszeichnen, andererseits aber auch verhältnismäßig wenig Aloe enthalten. Allergiker und Menschen mit empfindlicher Haut sollten sich zudem etwas vorsehen und genau die zusätzlichen Inhaltsstoffe studieren, denn die meisten Cremes enthalten typische Kosmetikzusatzstoffe wie Paraffine, Silikone oder Alkohol.

Fazit

Aloe Vera hat eine lange Tradition als Heilpflanze, die bis heute besteht. Und dies zu Recht, denn sie hat viele positive Wirkungen: Auf Haut und Haare wirkt sie nicht nur kühlend und durchblutungsanregend, sondern auch feuchtigkeitsspendend, wasserabsorbierend, antimikrobiell und entzündungshemmend. Innerlich eingenommen kann das Gel der Pflanze insbesondere Immunsystem und Verdauung stärken. Es lohnt sich also, Aloe Vera als Heilpflanze zu nutzen – erfreulicherweise gibt es viele Produkte, die einen sehr hohen Aloe Anteil enthalten. Nutzen Sie schon die vielen Wirkungen von Aloe Vera? Wie hat die Pflanze Ihnen geholfen? Ich würde mich freuen, von Ihnen in einem Kommentar zu hören.

Quellen

  1. Heilpflanzenlexikon: Aloe Vera. Blaue Apotheke Stefan Hülsmann.
  2. Agarry, OO u.a. (2005): Comparative antimicrobial activities of aloe vera gel and leaf. African Journal of Biotechnology 4 (12), 1413-1414.
  3. Shelton, RM (1991): Aloe Vera. Its Chemical and Therapeutic Properties. International Journal of Dermatology 30 (10), 679-683.
  4. Dal’Belo, SE u.a. (2006): Moisturizing effect of cosmetic formulations containing Aloe Vera extract in different concentrations assessed by skin bioengineering techniques. Skin Research and Technology 12, 241-246.

Hinweis: Die gesundheitlichen Tipps auf dieser Seite können nicht den Besuch beim Arzt ersetzen. Ziehen Sie bei ernsthaften oder unklaren Beschwerden unbedingt Ihren Arzt zu Rate.

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