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Blutdruck mit Handy messen

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Bluthochdruck birgt viele Gefahren und kann zu Folgeerkrankungen führen. Darum ist es so wichtig, den Blutdruck regelmäßig zu messen. Funktioniert das vielleicht schon bald mit dem Smartphone? Mit einem Zusatzgerät lässt sich die Blutdruckmessung tatsächlich schon mit dem Mobilgerät durchführen, doch diese Technik ist noch nicht hundertprozentig ausgereift.

Das Blutdruckmessgerät fürs Handy

In der Michigan State University präsentierte ein Expertenteam unter der Führung von Ramakrishna Mukkamala ein kleines Gerät, welches die Blutdruckmessung mit dem Smartphone ermöglichen soll. Der Zeigefinger drückt nur eine kurze Weile darauf, und schon zeigt das Mobilgerät den aktuellen Blutdruckwert an.

In den ersten Probedurchläufen zeigte sich, dass diese Methode recht zuverlässig funktioniert. Die dazugehörige App stellt sicher, dass der Fingerkontakt lange genug erhalten bleibt, sodass der Blutdruck aus den entsprechenden Messungen berechnet werden kann.

Was die Experten sagen

Das Fachmagazin „Science Translational Medicine“ führt auf, dass das Smartphone-Gerät die klassische Armmanschette kombiniert mit einem Fingermanschettengerät ersetzen kann. Damit fällt es den Benutzern leichter, ihren Blutdruck festzustellen.

Viele Mediziner sind jedoch nicht komplett überzeugt. Unter anderem gibt es im Deutschen Ärzteblatt einen Beitrag, der feststellt, dass die Blutdruckwerte nicht genau genug sind. Hier ist von Abweichungen die Rede, die laut Meinung der Experten zu hoch sind – erwähnt werden 8,8 mmHg für den systolischen Wert und 7,7 mmHg für den diastolischen Wert.

Ohnehin scheint es noch keine Ankündigung zu geben, wann diese Entwicklung marktreif ist. Es kann also noch eine Weile dauern, bis das Gerät für den großen Markt präsentiert wird.

Die spezielle Problematik – Vor- und Nachteile

Die digitale Blutdruckmessung ist inzwischen auf der zweiten Entwicklungsstufe. Das Gerät misst den Blutdruck mit einem optischen Sensor. Hier spricht man von der photoplethysmographischen Messung. Diese funktioniert ohne die bewährte Kompression der Armarterien und auch ohne die oszillometrisch-manometrische Messung auf der Basis der systolischen und diastolischen Werte.

Die photoplethysmographische Blutdruckmessung ist aufgrund ihrer einfachen Durchführbarkeit dennoch attraktiv. Da die Manschette entfällt, ist der Platzbedarf extrem gering. Auch häufige und mobile Einsätze sind durch die komfortable Vorgehensweise unproblematisch.

Als negativen Punkt führen die Ärzte die fehlende Zertifizierung des Produktes auf. Einige Apps setzen im Rahmen der Messung Kamera und Blitzlicht ein. Dadurch kann es zu Abweichungen kommen.

Die grundsätzliche Funktionsweise

Das Zusatzgerät für das Smartphone hat einen Druckmesser. Hier setzt der Finger an und erhöht langsam den Druck. Die Druck-Zeit-Kurve auf dem Monitor zeigt an, wie stark dieser Druck sein soll.

Beim Drücken wird die Bogenarterie zwischen den seitlichen Arterien des Fingers zusammengedrückt. Daraufhin kommt es im Blutfluss zu Oszillationen, die von dem eingebauten Photoplethysmographen aufgezeichnet werden. Dieser Sensor kommt auch in der Pulsoysmetrie zum Einsatz, um die Sauerstoffsättigung zu bestimmen.

Mithilfe des optischen Sensors führt das Gerät die Blutdruckmessung durch. Auf der Basis der gemessenen Daten berechnet es die zwei Blutdruckwerte.

Mögliche Schwierigkeiten bei der Messung

Um die korrekten Werte zu messen, muss das Gerät auf Herzhöhe gehalten werden. Das entspricht der Vorgehensweise bei der konventionellen Blutdruckmessung.

Der punktgenaue Druck mit der Fingerbeere muss den Drucksensor optimal treffen. Es ist wichtig, dass die Druckerhöhung langsam und absolut konstant erfolgt. Ansonsten ist keine genaue Messung möglich.

Fünf Pulsschläge für die Blutdruckmessung mit dem Smartphone

Für die Auswertung des Messverfahrens gilt die IEEE-Leitlinie 1708-2014. Diese bezieht sich einerseits auf die Angaben der European Society of Hypertension, andererseits auf die Empfehlungen einer Gesellschaft für Medizinprodukte aus den USA, der AAMI.

Die eigentliche Messung basiert auf nur fünf Pulsschlägen, in denen der Finger auf den Sensor drückt. Zum Vergleich ziehen die Experten zwei Verfahren heran: die Auskultation nach Korotkoff und die Oszillometrie. Bei beiden Verfahren ist die Manschettenblutdruckmessung die Basis.

Die Messungen erfolgten sowohl im Ruhezustand als auch im dynamischen Einsatz. Für die Reproduzierbarkeit fand einen Monat später eine weitere Messreihe statt. Zwei weitere klinische Studien sollten die Schlafqualität während der Messverfahren prüfen.

Erste Ergebnisse

Die Ergebnisse der Studien zeigen eine relativ gute Zuverlässigkeit und eine entsprechend hohe Reproduzierbarkeit der manschettenlosen Messung. Diese Bewertung orientiert sich an den Resultaten der Standardmessung mit der Manschette.

In gewissen Bereichen ist die Manschette jedoch unverzichtbar. Zudem muss noch geprüft werden, wie präzise und zuverlässig die Blutdruckmessungen im mobilen Einsatz sind.

Gerade in Kombination mit Wearables könnte die Blutdruckmessung mit dem Handy jedoch besonders interessant sein. Hier müssen die Entwickler und Prüfer jedoch erst genauere Prüfungen der Validität durchführen.

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