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Progesteronmangel

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Hormone: Jeder hat sie, doch leider bemerkt man sie meist erst dann, wenn es Probleme mit ihnen gibt. Ein Hormon, das für Frauen besonders wichtig ist, ist Progesteron, auch als Gelbkörperhormon bekannt. Dementsprechend kompliziert ist dann ein Mangel. Ich erkläre Ihnen, was Progesteron bewirkt und wie sich ein Mangel an diesem Hormon bemerkbar macht.

Ein vielseitiges Hormon

Lange Zeit wurde Progesteron vor allem als “Schwangerschaftshormon” angesehen. Dies liegt an seiner ersten Aufgabe: Es ist nämlich vor allem dafür verantwortlich, eine Schwangerschaft zu ermöglichen. Denn ohne dieses Gelbkörperhormon kann die Eizelle nicht befruchtet werden, da der Embryo sich nicht einnisten kann.

Dementsprechend schwankt das natürliche Vorkommen des Hormons je nach Phase des Menstruationszyklus: Direkt nach dem Eisprung ist es sehr stark vorhanden, etwa zwei Wochen später nimmt der Gehalt wieder stark ab. Beim nächsten Zyklus wird es allerdings wieder in den Eierstöcken gebildet, so dass man wieder verstärkt empfängnisbereit ist. Während einer Schwangerschaft ist zudem die Plazenta dazu in der Lage, das Hormon zu bilden, um Mutter und Fötus dann in großen Mengen damit zu versorgen. (1)

Mittlerweile ist aber auch erkannt worden, dass das Hormon nicht nur eine Rolle beim Reproduktionszyklus spielt. Denn das Vorhandensein von Progesteron zeigt dem Körper, dass eine Schwangerschaft existiert oder zumindest unmittelbar bevorstehen kann. Dies wiederum hat zur Folge, dass der Organismus alle Reserven aktiviert, um dafür gewappnet zu sein. Dementsprechend verbessert sich das Hautbild, aber auch das Immunsystem wird in Erwartung neuer Aufgaben aktiviert. (2)

Doch nicht immer wird der Körper so mit Progesteron versorgt, wie es eigentlich sein sollte. Dies ist nicht nur für eventuell gewünschte Schwangerschaften wichtig, auch der Hormonhaushalt hängt von einem ausgeglichenen Gelbkörperhormonspiegel ab. Denn sobald der Progesterongehalt sinkt, steigt z.B. der Östrogenspiegel an. (3)

 

Vor allem, aber nicht nur in den Wechseljahren häufig

Ein Progesteronmangel wird von vielen mit den Wechseljahren in Verbindung gebracht. Tatsächlich nimmt dieses Sexualhormon ab, sobald die Monatsblutung unregelmäßiger wird. Doch die Menopause ist nicht der einzige mögliche Grund:

  • Da der Progesteronspiegel immer schwankt, verspüren auch Frauen, die sich noch nicht in den Wechseljahren befinden, manchmal Mangelsymptome. Besonders das prämenstruelle Syndrom (PMS), also die Zeit vor der Monatsblutung, in der der Progesteronspiegel natürlicherweise auf dem Tiefpunkt ist, kann sich derartig äußern.
  • Ebenfalls kann es schon vor den Wechseljahren zu unregelmäßiger Menstruation kommen. Dies ist oft stressinduziert, aber auch Verhütungsmittel, Medikamente oder chronische Krankheiten wie Schilddrüsenfehlfunktionen können hierzu beitragen.
  • Außerdem können auch Umwelteinflüsse, z.B. giftige Chemikalien, und Mangelernährungserscheinungen dazu beitragen, den Progesteronspiegel zu senken. (4)

Ein unausgeglichener Hormonspiegel ist also zwar oftmals, aber nicht immer Ausdruck von Wechseljahren. Dennoch sollte man etwas gegen zu wenig Progesteron tun, denn die Auswirkungen eines Mangels können den Alltag sehr belasten.

 

Folgen eines Mangels

Zu wenig Progesteron im Körper kann nämlich beispielsweise folgende Komplikationen verursachen:

 

Hitzewallungen

Hitzewallungen sind wohl eine der bekanntesten Komplikationen von Wechseljahren, können aber auch zu anderen Zeiten auftreten. Sie sind Ausdruck einer mangelhaften Progesteronversorgung des Körpers. Denn wenn die Hormone nicht mehr ausbalanciert sind, gibt der Körper dem Gehirn manchmal falsche Informationen. So wird es über eine hohe Körpertemperatur informiert, die es eigentlich gar nicht gibt. Die Folge: Die Blutgefäße werden erweitert und Sie verspüren eine unglaubliche Hitze. (5)

 

Stoffwechselprobleme

Wenn der Körper zuwenig eines Hormons produziert, leidet auch der Stoffwechsel darunter. Dies bedeutet, dass es passieren kann, dass man trotz gleicher Ernährung wie vorher z.B. deutlich an Gewicht zunimmt.

Auch die körperliche Belastbarkeit leidet darunter, nicht zuletzt, weil ohne ausreichend Progesteron auch das Immunsystem nicht so ausgebildet ist wie vorher. Dies wiederum führt oftmals zu einer geringeren Stressresistenz, welche sich auch auf die Psyche auswirken kann: Betroffene Patientinnen sind so deutlich reizbarer als vorher, derartige Stimmungsschwankungen können sich auch in depressiven Episoden äußern. Auch innere Unruhe und Schlafstörungen sind nicht selten. (6)

 

Auswirkungen auf die Knochen

Aber auch die Knochen können unter einem dauerhaften Progesteronmangel leiden. So hat eine 1985 veröffentlichte wissenschaftliche Studie ergeben, dass Frauen in und nach den Wechseljahren stärker in Gefahr geraten, an Osteoporose zu erkranken. Besonders Frauen, die vergleichsweise früh hormonellen Schwankungen ausgesetzt sind, wird geraten, u.a. den Progesteronspiegel auszugleichen. (7)

 

Geringere Fruchtbarkeit und Schwangerschaftskomplikationen

Zuletzt kann auch die Fruchtbarkeit stark unter Progesteronmangel leiden. Denn wenn das Hormon, vorübergehend oder dauerhaft, nicht mehr vom Körper produziert wird, können die Eizellen nicht befruchtet werden. Wenn das Hormon nur vermindert produziert wird, kann nicht nur die Regelmäßigkeit des Menstruationszyklus darunter leiden, auch die Chance, schwanger zu werden, sinkt.

Besonders kritisch ist ein plötzlich auftretender Mangel während der Schwangerschaft. Denn wenn die Plazenta den Körper von Mutter und Kind nicht mehr mit dem Hormon versorgen kann, sind oft Fehlgeburten die Folge. (8)

TherapiemöglichkeitenProgesteronmangel Therapiemöglichkeiten

Es gibt also viele Gründe dafür, etwas für den Progesteronspiegel zu tun. Zum Glück gibt es Möglichkeiten, aktiv dazu beizutragen, die Hormone bereits im Vorfeld auszugleichen oder Mangelerscheinungen entgegenzutreten.

 

Im Vorfeld: Stress vermeiden und sich bewusst ernähren

Eine Möglichkeit, vorher etwas gegen zu geringe Hormonwerte zu tun, ist eine gesunde und ausgewogene Lebensweise. Hierfür sollten Sie zu viel Stress auf jeden Fall vermeiden. Versuchen Sie also, so viel Schlaf wie möglich zu bekommen und nutzen Sie Ihre Ruhezeiten dementsprechend. Auch die Ernährung kann eine Rolle spielen. So wird z.B. davon ausgegangen, dass ein Folsäurenmangel die Monatsblutung verzögern oder ganz ausbleiben lassen kann. (9)

 

Hormontherapien

Sollte es Ihnen an Progesteron fehlen, kann eine Hormontherapie hilfreich sein. Hier wird eine bestimmte Dosis Progesteron über längere Zeit hinweg dem Körper verabreicht – meist durch eine Injektion.

Allerdings werden diese Therapieformen von vielen skeptisch betrachtet. Auch die Kosten sind nicht zu vernachlässigen, denn eine derartige Behandlung wird nur extrem selten von Krankenkassen übernommen.

 

Diosgenin und die Yamswurzel

Immer beliebter hingegen wird die Verabreichung von “natürlichem” Progesteron. Dabei handelt es sich in den meisten Fällen aber nicht um das Hormon selbst, sondern um Diosgenin, ein pflanzliches Hormon, das im Labor zu Progesteron umgewandelt werden kann.

Gewonnen wird dieser pflanzliche Stoff zumeist aus der Yamswurzel, die besonders in Mittelamerika eine lange Tradition als Hausmittel gegen hormonelle Schwankungen, aber auch als Verhütungsmittel hat. (11) Allerdings ist es der Wissenschaft bis heute nicht gelungen, einen genauen Wirkungsnachweis zu belegen, es ist also noch unklar, ob und wie nicht umgewandeltes Diosgenin im menschlichen Körper wirkt.

Trotzdem erfreuen sich derartige Präparate einer großen Beliebtheit. Und auch ohne bekannten Wirkungsmechanismus sind vielversprechende Ergebnisse nicht von der Hand zu weisen: Eine taiwanesische Studie hat so z.B. ergeben, dass Frauen, die mit Yamswurzeln behandelt wurden, nach einigen Wochen einen um ein vielfaches verbesserten Hormonhaushalt vorweisen konnten als Probandinnen, die kein Diosgenin verabreicht bekommen haben. (12)

Yamswurzel Diosgenin Präparate werden dabei besonders auf zwei Arten verabreicht: Yamswurzel Kapseln werden oral eingenommen und versorgen so den Körper mit dem Phytohormon. Yamswurzel Cremes hingegen werden auf eine dünne Hautstelle gerieben, von wo aus sie ins Blut einziehen. Bei beiden Darreichungsformen ist es jedoch wichtig, die Präparate täglich über einen längeren Zeitraum (mindestens einen Monat) einzunehmen, um Erfolg zu haben.

 

Fazit

Progesteron ist ein unverzichtbares Hormon. Wenn es an ihm mangelt, dann steht nicht nur die Fruchtbarkeit auf dem Spiel: Denn weil der Hormonspiegel aus der Balance gerät, können auch andere Nebeneffekte auftreten, so z.B. Probleme mit den Knochen, ein verlangsamter Stoffwechsel oder auch psychische Leiden. Man sollte also alles mögliche tun, um einen Mangel bereits im Vorfeld zu vermeiden und ihn, wenn er akut wird, bekämpfen – z.B. mit schonenden Diosgeninmitteln. Hatten Sie auch schon einmal Probleme mit Ihrem Progesteron? Wie sind Sie dagegen angegangen? Ich würde mich sehr freuen, in einem Kommentar von Ihnen zu hören.

 

Quellen

    1. Lexikon der Biologie: Progesteron. Spektrum der Wissenschaft.
    2. Huber, J.: Progesteron – Hormon der Weisheit. Praxis Prof. DDr. Huber.
    3. Müller-Tyl, E.: Östrogen und Progesteron bei der Frau – Wechselbeschwerden und Therapie. Privatinstitut Müller-Tyl.
    4. Nonnemacher, A.: Progresteronmangel. Symptomat.de.
    5. Wechseljahresbeschwerden: Hitzewallungen. Gynakologieportal, Hexal.
    6. Stoffwechselprobleme/Psychovegetative Symptome. Endokrinologikum – Verbund medizinischer Versorgungszentren.
    7. Mörike, K. (2012): Yamswurzel – Alleskönner in der Gynäkologie? Der Gynäkologe 45 (2), 147-152.

Hinweis: Die gesundheitlichen Tipps auf dieser Seite können nicht den Besuch beim Arzt ersetzen. Ziehen Sie bei ernsthaften oder unklaren Beschwerden unbedingt Ihren Arzt zu Rate.

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